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Panorama Schmiergeld für Doktortitel - Ermittlungen gegen 100 Professoren
Mehr Welt Panorama Schmiergeld für Doktortitel - Ermittlungen gegen 100 Professoren
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13:16 23.08.2009
Bundesweit stehen rund 100 Professoren wegen des Verkaufs von Doktortiteln im Visier der Justiz.
Bundesweit stehen rund 100 Professoren wegen des Verkaufs von Doktortiteln im Visier der Justiz. Quelle: Jens Schlüter/ddp (Archiv)
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Das sagte der Kölner Oberstaatsanwalt Günther Feld am Sonntag und bestätigte Medienberichte. Ein „Institut für Wissenschaftsberatung“ in Bergisch Gladbach soll den Hochschullehrern dafür Schmiergelder gezahlt haben. Ermittler hatten bereits im März 2008 den Sitz des Instituts durchsucht.

„Wir haben nach der Razzia eine Unmenge an Material ausgewertet“, sagte Feld. „Dabei hat sich der konkrete Verdacht gegen die jetzt Beschuldigten ergeben.“ Bei ihnen handelt es sich um Wissenschaftler unterschiedlichster Fachrichtungen. Die meisten Verdächtigen seien keine sogenannten ordentlichen Professoren, sondern Aushilfsprofessoren oder Privatdozenten. Sie sollen ihre Dienstpflichten verletzt haben, wonach sie Doktoranden unentgeltlich betreuen müssen. Außerdem sei die freie Auswahl der Promotionsstudenten durch die Geldzahlungen womöglich beeinträchtigt worden.

Die Bergisch Gladbacher Wissenschafts-Beratungsfirma hatte bundesweit mit Anzeigen in Zeitungen und Fachzeitschriften für die Vermittlung von Doktortiteln geworben. Den Promotionswilligen wurde versprochen, einen geeigneten Professor zu suchen und bei der Themenfindung behilflich zu sein. Dafür mussten die Kandidaten jeweils bis zu 20.000 Euro an das Institut zahlen. Für die Übernahme eines Promotionskandidaten sollen bis zu 4.000 Euro illegal vom Institut an die Professoren geflossen sein.

„In manchen Medien wird der Eindruck erweckt, die Kunden des Instituts hätten gar keine Doktorarbeiten geschrieben“, erklärte Feld. „Das stimmt so nicht. Es geht nur um die Frage, ob die Professoren bei der Auswahl ihrer Kandidaten bestochen wurden.“ Es werde noch einige Zeit dauern, bis die zahlreichen Ermittlungsverfahren in diesem Fall abgeschlossen sind, betonte Feld. „Die müssen nach und nach abgearbeitet werden, die Geldflüsse müssen nachvollzogen werden. Zum Schluss werden wir einzeln entscheiden, ob wir das Verfahren einstellen oder ob wir einen Strafbefehl oder eine Anklage fertigen.“

Nach einem Bericht des „Focus“ sollen unter anderem Lehrkräfte von Hochschulen in Frankfurt, Tübingen, Leipzig, Rostock, Jena, Bayreuth, Ingolstadt, Hamburg, Hannover, Bielefeld, Hagen, Köln und die Freie Universität Berlin betroffen sein. Die Staatsanwaltschaft wollte zu den Orten und einzelnen Beschuldigten zunächst keine Angaben machen.

Das Hildesheimer Landgericht hatte den Geschäftsführer des Instituts bereits im vergangenen Juli wegen Bestechung zu dreieinhalb Jahren Haft und 75 000 Euro Geldstrafe verurteilt. Er hatte in insgesamt 61 Fällen promotionswillige Kandidaten an einen Jura- Professor der Universität Hannover vermittelt und ihm dafür Honorar gezahlt. Oft erfüllten die Bewerber gar nicht die Voraussetzungen. Das Urteil ist inzwischen rechtskräftig, der Bundesgerichtshof (BGH) hat die Revision im Mai verworfen.

lni