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Panorama Schluss mit Bahnchaos: ICE-Strecke wieder befahrbar
Mehr Welt Panorama Schluss mit Bahnchaos: ICE-Strecke wieder befahrbar
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17:47 07.01.2010
„Der Fernverkehr in und aus der Hauptstadt rollt wieder über Hamm, Bielefeld und Hannover“, sagte ein Bahn-Sprecher. Quelle: lni
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Entspannung auf der Bahn-West-Ost-Achse: „Der Fernverkehr in und aus der Hauptstadt rollt wieder über Hamm, Bielefeld und Hannover“, sagte ein Sprecher. Jedoch sei auch am Freitag noch mit Einschränkungen im Nah- und Fernverkehr zu rechnen. Die Fernzüge könnten nur sehr langsam an den Unglücksstellen im Münsterland und in Ostwestfalen vorbeifahren, schränkte der Sprecher ein. Vereinzelt komme es daher noch zu Verspätungen von bis zu 45 Minuten. Reisende des Nahverkehrs hatten dagegen weiterhin den Schwarzen Peter: Sie mussten zwischen Hamm und Neubeckum sowie zwischen Löhne und Minden auf Busse umsteigen.

Verspätungen, lange Umwege, Zugausfälle: die Entgleisungen mehrerer Güterwaggons - erst in Neubeckum und dann im kaum hundert Kilometer entfernten Vennebeck bei Minden - hatte den Schienenverkehr auf der wichtigen Achse in ein heilloses Durcheinander gestürzt. Die Strecke zwischen Köln und Berlin musste zeitweise komplett gesperrt werden. Am Mittwoch war es zu Verspätungen von mehr als zwei Stunden gekommen, weil alle Fernzüge teils weite Umwege fahren mussten.

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Nachdem am Mittwochabend am Unglückort bei Vennebeck eines von insgesamt vier Gleisen wieder freigegeben werden konnte, war am frühen Donnerstagmorgen auch der Fernverkehr in Neubeckum wieder angelaufen. „Seit 15.00 Uhr versuchen wir dort, ein weiteres Gleis frei zu bekommen“, sagte der Bahnsprecher am Nachmittag. „Das entspannt die Situation für den Fernverkehr.“ Züge beider Richtungen mussten sich zunächst ein Gleis teilen und konnten nur abwechselnd fahren. Sie könnten die Unfallorte nur im Schritttempo passieren.

Auf der rund 20 Eisenbahnkilometer langen Nahverkehrsstrecke zwischen Neubeckum und Hamm setzt die Bahn seit dem Nachmittag eine Regionalbahn im Stundentakt ein. „Der Fahrplan für die Busse bleibt allerdings bestehen, damit wir bei Schwierigkeiten ausweichen können.“ Es sei mit Verspätungen von bis zu einer Stunde zu rechnen.

Die Ursache der Unglücke war zunächst nicht bekannt. Die Bundespolizei nahm die Ermittlungen auf. „In beiden Fällen gibt es noch viele Fragezeichen, wir ermitteln in alle Richtungen“, sagte ein Sprecher. Unklar war auch, wann die Gleise des Nahverkehrs wieder befahrbar seien und ob Schäden ausgebessert werden müssen.

Auch die Schadenshöhe war am Nachmittag noch unklar. „Es ist davon auszugehen, dass es eine teure Angelegenheit für uns wird.“ Es seien Oberleitungsmasten, Gleise, Weichen, Signale und Kabel beschädigt worden. „Die Unglücke zählen zu den größeren Schäden in unserer Eisenbahngeschichte.“ Die Bergungsarbeiten bereiteten den Technikern wegen der Minusgrade erhebliche Probleme. Sowohl in Vennebeck als auch in Neubeckum stünden noch Güterwaggons auf den Gleisen. „Es ist noch nicht klar, ob wir diese abtransportieren müssen. Erst dann können wir unter die Gleise schauen“, erklärte der Bahnsprecher.

Bei der Bahn riefen in den vergangenen Tagen zahlreiche Fahrgäste an. „Die Reaktionen waren ganz unterschiedlich. Unter den Anrufern waren entspannte Reisende, die einfach nur wissen wollte, wie ihre Züge fahren, aber auch erboste Geschäftsleute, die aufgrund der Verspätungen ihre Termin verschieben musste.“ Fahrgäste können sich im Internet über ihre Rechte informieren. Dort gibt es auch ein Formular, um Reisekostenerstattung zu beantragen.

lni