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Panorama Rocker auf offener Straße erschossen
Mehr Welt Panorama Rocker auf offener Straße erschossen
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15:46 14.08.2009
In Berlin ist ein Angehöriger der Rockerszene auf offener Straße von Unbekannten erschossen worden. Quelle: Clemens Bilan/ddp
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Bei der Obduktion sei festgestellt worden, dass der Leichnam eine Schuss- und eine Stichverletzung aufweise, sagte ein Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft. Konkrete Hinweise auf die Täter gibt es bislang nicht. Der Berliner Landesverband des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK) befürchtet nun Vergeltungsaktionen.

In der Vergangenheit war es in Berlin und Brandenburg immer wieder zu brutalen Auseinandersetzungen zwischen den konkurrierenden Clubs „Hells Angels“ und „Bandidos“ gekommen, die beide der Organisierten Kriminalität zugerechnet werden. Der 33-Jährige ist der erste Tote in dieser Auseinandersetzung in der Region. Dem Konflikt zwischen den weltweit agierenden Motorradgangs liegen massive Expansionsbestrebungen beider Vereinigungen in Ostdeutschland zugrunde. Es geht vor allem um die Vorherrschaft beim illegalen Handel mit Drogen und Waffen sowie um Prostitution.

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Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatten Anwohner gegen Mitternacht mehrere Schüsse gehört und die Polizei alarmiert. Beamte fanden den Schwerverletzten kurze Zeit später vor einem Wohnhaus. Der Staatsanwaltschaft zufolge hatte sich der Mann noch dorthin geschleppt. Trotz sofortiger Reanimationsversuche erlag er seinen schweren Verletzungen. Der Mann verblutete.
Der 33-Jährige ist der Polizei aus dem Umfeld der Rockerszene bekannt. Experten des Landeskriminalamtes und der Mordkommission ermitteln „umfangreich in der Rockerszene“.
Der BDK-Landesvorsitzende Rolf Kaßauer sagte, Berlin sei eine Hochburg für Rockergruppierungen geworden. Insbesondere die „Hells Angels“ und die „Bandidos“ hätten gezeigt, dass sie vor der Anwendung von Schusswaffen nicht zurückschreckten. Dass es einen Toten in Berlin gebe, sei nur „eine Frage der Zeit gewesen“.

Nach den Worten Kaßauers deutet alles darauf hin, dass es sich bei den tödlichen Schüssen um eine Auseinandersetzung verfeindeter Gruppen handele. Dies müsse jedoch erst durch die Ermittlungen bestätigt werden. Die betroffene Rockergruppe werde jedoch nicht auf dieses Ergebnis warten, mutmaßte der Gewerkschafter. Denn für sie sei klar, „in welchen Reihen der Täter zu suchen ist“.  

ddp