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Panorama Rettungskräfte entdecken Leichen nach Flugzeugabsturz
Mehr Welt Panorama Rettungskräfte entdecken Leichen nach Flugzeugabsturz
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17:23 08.12.2009
Die drei Insassen dieses Kleinflugzeuges starben bei dem Absturz.
Die drei Insassen dieses Kleinflugzeuges starben bei dem Absturz. Quelle: lni
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Zahlreiche Bäume in dem Wald sind abgeknickt. Auf dem Boden verstreut liegen Flügel- und Leitwerkteile der Turbo-Prop-Maschine vom Typ Beechcraft 90, die am Montagnachmittag beim Landeanflug auf den etwa drei Kilometer entfernten Flugplatz Frankfurt-Egelsbach abstürzte. Der Rumpf des zehnsitzigen Flugzeugs bohrte sich dabei in die Erde. Erst 20 Stunden nach dem Absturz werden am Dienstag die Opfer geborgen. Es handelt sich um drei Männer im Alter von 56 bis 61 Jahren aus dem Landkreis Offenbach.

Der vollkommen deformierte Rumpf des Geschäftsreiseflugzeugs ist so weit in das Erdreich eingedrungen, dass er nur noch teilweise zu sehen ist. „Bei diesem Anblick wussten wir: Im Flugzeug selbst kann niemand überlebt haben“, sagt Polizeisprecher Henry Faltin. Während die Feuerwehr am Montagabend den in Brand geratenen Flugzeugkörper löschte, suchten die Helfer bereits mit Infrarotgerät und Hunden in der Absturzschneise nach möglichen Überlebenden.

Die Hoffnung, einem Passagier noch zu Hilfe kommen zu können, erfüllte sich nicht. Erst nach dem Einsatz von schwerem Gerät können die Rettungskräfte am Dienstag gegen 11.00 Uhr aus dem ausgebrannten Rumpf die ersten Leichenteile bergen. Zunächst ist nach Angaben des Polizeisprechers unklar, ob es sich um die verkohlten Überreste eines oder mehrerer Menschen handelt. Als der erste Leichenwagen durch den Schlamm hindurch die Absturzstelle erreicht, finden die Helfer im Rumpf weitere Leichenteile.

Man gehe davon aus, alle drei Opfer geborgen zu haben, sagt der Polizeisprecher. Erst die Gerichtsmedizin werde bestätigen, dass im Egelsbacher Wald jene drei Männer ums Leben kamen, die das Flugzeug am Montag um 15.15 Uhr in Bremen bestiegen hatten. Die Beechcraft war am Montagmorgen in Egelsbach gestartet und nach einem Zwischenstopp in Hamburg dann in Bremen gelandet.

Bereits am Montagabend waren Experten der Braunschweiger Bundesstelle für Flugunfall-Untersuchungen in den Egelsbacher Wald gekommen. Über die Unglücksursache können die Fachleute noch keine Angaben machen. Die Untersuchungen dauern an. Augenzeugen berichteten der Polizei, das Flugzeug habe über dem Wald an Geschwindigkeit und Höhe verloren, dann die Baumwipfel berührt, sich möglicherweise überschlagen und nach dem Aufprall auf dem Boden sofort Feuer gefangen. Zum Unglückszeitpunkt soll es neblig gewesen sein.

Bis Montag um 16.13 hatte der Pilot Funkkontakt zur Flugsicherung in Langen, dann meldete er sich ab, um den Landeanflug zu beginnen. Minuten später geschah das Unglück. In einem Sicherheitshinweis der Flugsicherung für Piloten heißt es, beim Anflug auf das „Airfield“ Egelsbach die Fluggeschwindigkeit von 160 Knoten pro Stunde, das sind knapp 300 Kilometer pro Stunde, nicht zu überschreiten.

Egelsbach verzeichnete nach Angaben einer Sprecherin der Hessischen Flugplatz GmbH im vergangenen Jahr rund 78.000 Flugbewegungen. Damit sei Egelsbach der bedeutendste Verkehrslandeplatz Deutschlands gewesen. Diese rangieren nur eine Stufe unter internationalen Flughäfen wie dem Airport in Frankfurt.

ddp / lni