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Panorama Rechtsradikaler eröffnet in US-Holocaustmuseum das Feuer
Mehr Welt Panorama Rechtsradikaler eröffnet in US-Holocaustmuseum das Feuer
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18:37 11.06.2009
Nach einer Schießerei im Holocaust-Museum im Zentrum der US-Hauptstadt Washington ist ein Wachmann an seinen schweren Verletzungen gestorben. Quelle: Win McNamee/afp

Den Ort seiner Bluttat hat der Schütze mit hasserfülltem Kalkül gewählt. Der Attentäter, ein 88-jähriger Greis, eröffnet im Eingangsbereich das Feuer und tötet einen Wachmann. Der Täter ist tief verwurzelt im antisemitischen und rassistischen Untergrund, der nach der Wahl von Barack Obama zum Präsidenten offenbar Zulauf gewinnt.

Schnell hat die Polizei den Täter identifiziert, der mit schweren Schussverletzungen in ein Krankenhaus gebracht wird. Sein Name: James von Brunn. Es dauert nur Minuten, ehe sich die US-Medien mit Berichten überschlagen. Denn von Brunn ist kein Unbekanter: In der anrüchigen Subkultur weißer Rassisten und wahnhafter Verschwörungstheoretiker, die vor allem im Internet gedeiht, zählt von Brunn zu den eifrigsten Aktivisten. Er unterhält eine eigene Webseite, veröffentlichte mehrere Bücher. Seine kruden Schriften lassen einen Mann erkennen, der vom Hass geradezu zerfressen ist.

Mit Kommentaren im Internet hinterlässt von Brunn eine Spur der Verachtung. „Amerika ist zum rassischen Mülleimer der Dritten Welt geworden - dumm, ignorant, pleite und dem Ende nah“, schreibt er in einem Blog. An anderer Stelle schreibt er: „Es ist Zeit, die Juden zu töten.“ In seinen Büchern mutet er dem Leser hunderte Seiten hasserfüllter Angriffe auf Juden und Schwarze zu, er leugnet den Holocaust, spricht von einem Komplott, die „weiße Rasse“ auszurotten. Wirre Geschichtsdeutungen mischen sich mit einem vagen Gefühl der Bedrohung durch dunkle Mächte.

In Sichtweite des Holocaust-Museums liegt das Weiße Haus. Seit dort mit Barack Obama erstmals ein Schwarzer als Präsident residiert, beobachten US-Verfassungsschützer verstärkte Aktivitäten im rechtsextremen Untergrund. „Die Wirtschaftskrise und die Wahl des ersten afroamerikanischen Präsidenten stärken die Radikalisierung und Rekrutierung rechtsradikaler Gruppen deutlich“, heißt es warnend in einem vertraulichen Gutachten des US-Ministeriums für Heimatschutz vom April. „Der Trend wird sich wahrscheinlich noch beschleunigen, wenn die Talfahrt der Wirtschaft anhält.“

Nur fünf Tage liegen zwischen Obamas vielbeachtetem Besuch im Konzentrationslager Buchenwald und von Brunns Tat. „Der Zeitpunkt der Tat ist wirklich auffälig“, sagt der Extremismus-Experte Brian Levin von der California State University. „Von Brunn sah einen schwarzen Präsidenten, der in Buchenwald an den Holocaust erinnert, und entschloss sich dann, das größte Symbol des Holocaust in den USA zu attackieren.“ US-Medien zufolge zählte von Brunn zu jenen Aktivisten, die nachzuweisen versuchen, dass Obama eigentlich in Kenia geboren ist - und damit laut US-Verfassung nicht Präsident sein darf.

Von Brunns radikale Wurzeln reichen freilich weit hinter Obamas Wahl zurück. 1981 wurde er festgenommen, als er bewaffnet in die Washingtoner Zentralbank eindrang. Im Gerichtsverfahren gesteht von Brunn, er habe den Vorstand der Bank als Geisel nehmen wollen. Er fabuliert von einer Verschwörung und fordert, „alle Juden und Schwarzen aus den Ländern der Weißen zu deportieren“. Knapp zehn Jahre verbringt er im Gefängnis.

Nachbarn und Bekannte berichten in US-Medien, dass von Brunn zuletzt Finanzprobleme hatte, für die er eine Verschwörung Washingtons verantwortlich gemacht habe. „Vielleicht hat von Brunn gefühlt, dass sein Ende naht“, sagt der Rassismus-Experte Mark Potok vom Southern Poverty Law Center. „Vielleicht hat er Obama, einen schwarzen Mann, im Weißen Haus gesehen und dabei das Gefühl bekommen, dass Amerika zur Hölle geht und dass er einen großen Knall entfesseln muss, bevor er selbst abtritt.“

afp

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