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Panorama Razzia bei "Dschungelcamp"-Lehrerin
Mehr Welt Panorama Razzia bei "Dschungelcamp"-Lehrerin
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00:16 15.05.2016
Von Heiko Randermann
Mit der Tochter in den Dschungel: Viktoria Volk (li.) war zu der Zeit krankgeschrieben. Quelle: dpa/HAZ/Montage
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Hannover

Die Wohnung und die Arztpraxen seien schlussendlich nicht durchsucht worden, weil die Betroffenen die gesuchten Dokumente freiwillig herausgaben, sagte Staatsanwalt Heinrich Dresselhaus. Bei Viktoria Volk wurden Reiseunterlagen mitgenommen, bei den Ärzten Krankenunterlagen. Die Staatsanwaltschaft geht dem Verdacht nach, dass Volk sich mit gefälschten Attesten während der Unterrichtszeit beim Gymnasium in Soltau hat krankschreiben lassen. Während dieser Zeit im Januar hatte sie ihre Tochter Nathalie nach Australien begleitet. Die 19-Jährige war dort Kandidatin in der RTL-Dschungelshow „Ich bin ein Star - holt mich hier raus“.

Viktoria Volks Anwalt Andreas Hebestreit kritisierte den Durchsuchungsbeschluss als „massiven Eingriff“ in die Rechte seiner Mandantin. Er frage sich, was die Ermittler in Viktoria Volks Wohnung zu finden gehofft hatten. Zu den Attesten könne man die betroffenen Ärzte doch auch einfach befragen, so Hebestreit. „Und dass der Flug stattgefunden hat, ist doch nie bestritten worden. Deshalb weiß ich nicht, was der Firlefanz soll.“

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Disziplinarverfahren ruht 

Viktoria Volk hatte im vergangenen Jahr zunächst Sonderurlaub beantragt, um ihre Tochter nach Australien begleiten zu können. Das wurde der Mathematik- und Physiklehrerin verwehrt, woraufhin sie sich von zwei verschiedenen Ärzten für den betreffenden Zeitraum krankschreiben ließ. Die Diagnose der Krankschreibung wurde bislang nicht öffentlich gemacht.

Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland nahm Volk den Unterricht im Februar zunächst wieder auf, wurde aber nach einigen Tagen freigestellt. Eine Versetzung an ein anderes Gymnasium lehnte sie ab. Gegen sie wurde ein Disziplinarverfahren eröffnet, das allerdings während der juristischen Ermittlungen ruht. 

Anlass der Ermittlungen wegen des Verdachts des Gebrauchs unrichtiger Gesundheitszeugnisse war die Anzeige eines Bürgers, wie die Staatsanwaltschaft bestätigte. Auf das Fälschen von Attesten stehe eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr, hieß es weiter.

12.05.2016
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