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Panorama Millionen-Raub: Falsche Zollbeamte überfallen Flieger mitten auf dem Rollfeld
Mehr Welt Panorama Millionen-Raub: Falsche Zollbeamte überfallen Flieger mitten auf dem Rollfeld
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16:01 10.04.2019
Eine Passagiermaschine der Fluggesellschaft Austrian Airlines wurde überfallen. Quelle: Silas Stein/dpa
Tirana

Vor den Augen von Flugreisenden in einer startbereiten Maschine der Austrian Airlines haben Verbrecher auf dem Flughafen der albanischen Hauptstadt Tirana einen Geldtransporter überfallen. Die wertvolle Fracht wurde am Dienstag gerade in den Jet verladen, der nach Wien abfliegen sollte. Ein Täter wurde kurz darauf auf der Flucht getötet, wie der Fernsehsender TV Klan auf seiner Webseite unter Berufung auf die albanische Polizei berichtete.

Die maskierten Bewaffneten waren bei der Tat mit einem eigenen Lieferwagen vor die Maschine auf dem Vorfeld gefahren. Auf dem Fahrzeug prangte die Aufschrift „Steuerfahndung“. Mit vorgehaltener Waffe zwangen die Täter das Personal des Geldtransporters, ihnen die Säcke auszuhändigen. Zum Teil mussten sie das Geld aus dem Laderaum des Flugzeugs zurückholen.

Räuber werfen Toten während der Fahrt aus dem Fluchtwagen

Anschließend fuhren die Gangster davon. In etwa 800 Meter Entfernung wollte sie ein dort stationiertes Kontingent der Flughafen-Polizei stoppen. In dem Feuergefecht kam der eine Angreifer ums Leben. Die anderen warfen seine Leiche aus dem Wagen und entkamen zunächst. Die Polizei leitete eine umfassende Fahndung ein. Zunächst war nicht klar, wie viel Geld die Räuber erbeutet haben. In Medienberichten war von mindestens zwei Millionen Euro die Rede.

Am Mittwoch gaben die Behörden die Identität des bei der wilden Flucht erschossenen Mannes an. Der unter dem Namen Admir Murataj bekannte Täter war wegen mehrfachen Bankraubes gesucht. 2013 soll er aus einem Gefängnis in Griechenland ausgebrochen sein. Nach Darstellung albanischer Medien soll dies aber nicht sein richtiger Name gewesen sein. Der Mann soll insgesamt 13 Aliasnamen benutzt haben.

Clan-Strukturen stellen Albanien vor Problem

Der Jet vom Typ Airbus A320 gehörte der österreichischen Fluggesellschaft AUA. Für die Passagiere, von denen einige vom Jet aus zu Augenzeugen des Überfalls geworden waren, bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr, hieß es in den Berichten.

Einige Fluggäste sagten laut TV Klan, dass sie die Angreifer wegen ihrer schwarzen Kampfmontur und den kugelsicheren Westen für Teilnehmer einer Polizeiübung gehalten hätten. Das Flugzeug landete mit zweieinhalb Stunden Verspätung in Wien.

Die organisierte Kriminalität stellt in Albanien ein großes Problem dar. Die Banden organisieren sich oft entlang von Clan-Strukturen, die für die Strafverfolgungsbehörden schwer zu durchdringen sind. Zuletzt war vor drei Jahren ein Geldtransporter auf ähnliche Weise auf dem Flughafen von Tirana ausgeraubt worden.

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Von RND/dpa