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Panorama Rammstein-Fan erhebt Vorwürfe: Nazi-Symbole auf Konzert in Rostock
Mehr Welt Panorama Rammstein-Fan erhebt Vorwürfe: Nazi-Symbole auf Konzert in Rostock
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16:12 23.06.2019
Über die politische Gesinnung von Rammstein gibt es immer wieder Diskussionen (Archivbild). Quelle: Axel Heimken/dpa
Rostock

Wenige Tage nach dem Konzert der Band Rammstein im Rostocker Ostseestadion hat ein Besucher gegenüber der „Ostsee-Zeitung“ schwere Vorwürfe gegen den Konzertveranstalter und die Band erhoben: Im Umfeld des Stadions seien Fanartikel verkauft worden, die sich augenscheinlich an eine rechte oder nationalistische Zielgruppe richteten.

Der Fan (der Name ist der Redaktion bekannt) vermisst eine deutliche Positionierung der Band gegen rechtes Gedankengut. Konkret beschreibt der Mann aus Kiel: „Auf dem Weg zum Stadion gab es einen, offensichtlich von Privatleuten betriebenen, Bierstand, der vollständig von Deutschland-Schals geschmückt wurde.“ Zusätzlich seien am Stand Pickelhauben angeboten worden.

Rammstein: Pickelhauben und Schals in Farben der Reichsfahne

Eine Recherche im Fanforum und unter Konzertbesuchern bestätigte die Beobachtung des 30-Jährigen. Auch andere Fans haben den Stand in der Kopernikusstraße, unweit vom Eingang West des Ostseestadions gesehen. Die dort angebotenen Schals seien schwarz-weiß-rot, den Farben der Reichsfahne, mit dem Schriftzug „Deutschland“ und dem Reichsadler bedruckt gewesen. Am Stand sei unter anderem die Musik der Band Böhse Onkelz gespielt worden.

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Konzertveranstalter Rodney Aust sagt dazu: „Uns ist der Händler nicht bekannt. Der Verkauf hat nicht mit unserem Einverständnis stattgefunden. Wir sind für alle Stände auf dem Konzertgelände und auf dem Vorplatz des Ostseestadions zuständig gewesen.“ Er verweist auf das Gewerbeamt, das für sogenannte fliegende Händler eine Genehmigung erteilen und die Stände kontrollieren muss.

„Niemand ohne gültige Genehmigung angetroffen“

„Das ist richtig, wir sind für das sogenannte Reisegewerbe zuständig“, erklärt Andreas Bechmann, Abteilungsleiter Gewerbeangelegenheiten der Hansestadt Rostock. Eine Anfrage für den Verkauf von Waren am Sonntag in der Kopernikusstraße sei aber nicht gestellt worden. „Der kommunale Ordnungsdienst hat am Sonntag diverse Kontrollen durchgeführt. Wir haben niemanden ohne gültige Genehmigung angetroffen.“ Es sei eine Kollegin, die auf fliegende Händler spezialisiert ist, vor Ort gewesen.

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Bechmann räumt ein, dass es sich um ein sehr großes Areal handelt, das an einem Veranstaltungstag kontrolliert werden muss. „Es kommt zudem immer wieder vor, dass Menschen sehr schnell aus dem Kofferraum heraus Waren verkaufen. Da kann uns natürlich etwas durchrutschen.“

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Auch die Polizei ist im Umfeld des Stadions nicht gegen illegale Händler vorgegangen. Zwar ist die Verwendung der Reichskriegsflagge verboten, Versionen der Kriegsflagge aus anderen Epochen ohne Hakenkreuz sind dagegen in der Öffentlichkeit erlaubt. Deshalb nutzen Neonazis gern die schwarz-weiß-rote Flagge als legale Alternative.

Zwischenfälle bei Rammstein: Hitlergruß und rechte Parolen

Der Fan aus Kiel erhebt noch einen weiteren Vorwurf gegen Band und Veranstalter: Auf dem Konzertgelände habe er Kutten mit nordischen Runen, Aufnäher mit durchgestrichener Moschee und dem Wort „national“ entdeckt. Er fragt: „Warum macht Rammstein nicht rigoros vom Hausrecht gebrauch?“ Der auf Rügen geborene Fan fordert in seinem Kommentar, den er auch in das Fan-Forum der Band gestellt hat, Kontrollen der Besucher durch den Ordnungsdienst nach offen zu Schau gestellten Nazi-Symbolen.

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Andere Fans im Forum konnten diese Beobachtungen nicht teilen. Ein Polizeisprecher bestätigt allerdings, dass die Beamten gegen einen Konzertbesucher vorgehen mussten. Dieser zeigte im Stadion den Hitlergruß und brüllte rechte Parolen. Weitere Vorfälle seien der Polizei nicht bekannt. Die Fans seien in „szenetypischer Bekleidung“ und überaus friedlich unterwegs gewesen.

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Von Juliane Schultz/RND

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