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Panorama Prügelstrafe für Frau in Malaysia gestoppt
Mehr Welt Panorama Prügelstrafe für Frau in Malaysia gestoppt
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15:12 25.08.2009
Aufschub dank internationaler Proteste: Model Kartika Sari Dewi Shukarno. Quelle: Kamarul Akhir/afp
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Nach Regierungsangaben wird ein islamisches Gericht das Urteil, das weltweit Aufsehen erregt hatte, noch einmal überprüfen. Zuvor hatte der malaysische Ministerpräsident Najib Razak die verurteilte Kartika Sari Dewi Shukarno aufgefordert, sich gegen die Bestrafung zu wehren.

Von der Allgemeinheit werde das Urteil als unangemessen und zu hart empfunden, sagte Frauenministerin Shahrizat Abdul Jalil am Dienstag in Kuala Lumpur. Das islamische Gericht, das das 32-jährige Model zu sechs Schlägen mit einem Rohrstock und einer Geldstrafe verurteilt hatte, werde sich daher erneut mit dem Fall beschäftigen. Während der Überprüfung könne die Bestrafung nicht vollstreckt werden.

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Zuvor hatte der Ministerpräsident Kartika dazu aufgefordert, sich gegen ihre Verurteilung zu wehren. Zwar wolle er sich nicht in die Arbeit der Gerichte einmischen, sagte Najib bei einer Pressekonferenz am Dienstag in der Hauptstadt Kuala Lumpur. Er glaube aber, „dass die Behörden bei diesem Thema sensibel sind“. Seine Aussagen wurden als Versuch gewertet, die Angelegenheit aus der Welt zu schaffen, die Malaysia weltweit in die Schlagzeilen gebracht hatte.

Kartika wollte aber keinen Einspruch einlegen, wie sie der Nachrichtenagentur AFP mitteilte: „Kommt schon, schlagt mich mit dem Rohrstock, verschwendet nicht meine Zeit“, sagte die Mutter von zwei Kindern in einem Telefongespräch. Die 32-Jährige hatte sich bei ihrem Prozess schuldig bekannt und eine öffentliche Vollstreckung der Strafe gefordert. Sie war im vergangenen Monat von einem muslimischen Gericht verurteilt worden, weil sie im Nachtclub eines Hotels Bier getrunken hatte. Am Montag wurde ihre Bestrafung zunächst auf die Zeit nach dem Ende des Fastenmonats Ramadan verschoben.

Mit Kartika war erstmals in Malaysia eine Frau nach islamischem Recht zu Stockschlägen verurteilt worden. Das asiatische Land hat ein zweigliedriges Rechtssystem, bei dem Muslime auch nach dem islamischem Recht - der Scharia - bestraft werden können. Dieses verbietet den Konsum von Alkohol, der mit Geldstrafen, Stockschlägen oder bis zu drei Jahren Haft bestraft werden kann. Allerdings werden Verstöße nur äußerst selten geahndet.

afp