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Panorama Prozess gegen Rocker der Hells Angels endet mit Freispruch
Mehr Welt Panorama Prozess gegen Rocker der Hells Angels endet mit Freispruch
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12:19 12.11.2010
Quelle: dpa (Archiv)
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Mit einem Freispruch ist am Freitag vor dem Landgericht Verden der Prozess gegen ein „Hells Angels“-Mitglied zu Ende gegangen. „Der Angeklagte wird freigesprochen, sagte der Vorsitzende Richter Jürgen Seifert. Einem 51 Jahre alten Mann war gefährliche Körperverletzung vorgeworfen worden, weil er 2006 mit mehreren „Hells Angels“-Clubkameraden fünf Mitglieder des damals noch verfeindeten Motorradclubs „Bandidos“ in Stuhr bei Bremen überfallen und schwer verletzt haben sollte. „Ob der Angeklagte dabei war, ließ sich für uns nicht zweifelsfrei feststellen“, sagte Seifert. Die Kammer folgte mit dem Urteil der Forderung von Staatsanwaltschaft und Verteidigung.

Vor allem nach den Aussagen des Kronzeugen, der als Aussteiger in einem Buch über die „Hells Angels“ auspackt, seien der Kammer leichte Zweifel gekommen, sagte Seifert. Außerdem habe ein anderer Zeuge ausgesagt, sich am Tattag mit dem Angeklagten geschäftlich getroffen zu haben. „Die Überzeugung, dass er an der Tat beteiligt war, konnten wir nicht gewinnen.“ Deshalb könne der Angeklagte nur freigesprochen werden.

Anklage und Verteidigung hatten zuvor auf Freispruch aus Mangel an Beweisen plädiert. „Im Zweifel für den Angeklagten“, sagte Staatsanwalt Hansjürgen Schulz. „Ich finde mich damit ab.“ Auch Schulz hatte Ungereimtheiten in den Aussagen des Kronzeugen erkannt. Nach dem Lesen des Buches, habe er noch mehr Zweifel bekommen. Die Staatsanwaltschaft hatte gehofft, mit Hilfe des Kronzeugen dem Angeklagten die Tatbeteiligung im März nachweisen zu können. Insgesamt sei es ein schwieriger Prozess mit einer schwierigen Beweislage gewesen, sagte Schulz. Es gab fünf Opfer, die nicht bereit waren auszusagen.

Vor zwei Jahren waren vom Landgericht Hannover 14 „Hells Angels“ wegen des Überfalls zu Freiheitsstrafen von zwei Jahren und knapp drei Jahren verurteilt worden. Im dem Prozess hatte es Geständnisse gegeben. Der heute 51 Jahre alte Familienvater und Bauunternehmer war 2008 untergetaucht. Schon damals habe er den Ermittlungsbehörden über seinen Anwalt mitteilen lassen, er würde nicht in U-Haft gehen für eine Sache, für die er nicht verantwortlich ist, sagte Verteidiger Raban Funk.

dpa