Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Panorama Provinzial-Chef täuscht Überfall auf sich vor
Mehr Welt Panorama Provinzial-Chef täuscht Überfall auf sich vor
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:24 11.12.2012
Dem Druck nicht mehr gewachsen: Mit seiner Aktion habe Rüther  „die extrem belastende Phase speziell für seine Frau und seine drei Kinder“ beenden wollen. Quelle: dpa
Münster

Der Chef der Versicherungsgruppe Provinzial Nordwest hat einen Angriff auf sich selbst vorgetäuscht. Die Staatsanwaltschaft Münster geht davon aus, dass sich Ulrich Rüther die Verletzungen selbst zugefügt hat. Der Vorstandschef war vergangenen Mittwoch nach einer vermeintlichen Attacke eines Vermummten kurz im Krankenhaus behandelt worden. Der Unbekannte soll ihm mit einem Schraubendreher in die Brust gestochen haben, hatte es geheißen. Nun muss sich Rüther selbst wegen Vortäuschens einer Straftat verantworten.
Die vermeintliche Attacke auf den Vorstandschef hatte bundesweit Aufsehen erregt. Gleichzeitig sorgten Verkaufsgerüchte für Unruhe in der Belegschaft der Provinzial Nordwest.

Rüther habe gegenüber der Kriminalpolizei und der Staatsanwaltschaft Münster eingeräumt, dass es den Angriff nicht gegeben habe, hieß es in einer Mitteilung der Behörden am Dienstag. Oberstaatsanwalt Heribert Beck sagte, es sei nicht von einem ernstzunehmenden Selbstmordversuch auszugehen. Beck hatte nach dem Vorfall erklärt, die Verletzungen seien nur oberflächlich gewesen.

Zunächst war die Staatsanwaltschaft von gefährlicher Körperverletzung ausgegangen. Die Ermittlungen dazu wurden eingestellt. Weshalb er die Attacke erfunden hat, blieb zunächst unklar. „Gegenüber der Kriminalpolizei und der Staatsanwaltschaft Münster hat Herr Rüther sein Verhalten mit den enormen Auswirkungen der Turbulenzen bei der Provinzial auf seine Familie begründet“, hieß es von den Ermittlern.

Seit vergangener Woche ist der Versicherer in den Schlagzeilen. Laut Medienberichten soll die Allianz nach der Provinzial Nordwest greifen. Die Allianz hatte ein Interesse bislang zwar nicht bestätigt, aber auch nicht dementiert. Vorerst ist der milliardenschwere Übernahmevorstoß am Widerstand von Mitarbeitern und Politikern gescheitert. Bis Ende März 2013 soll zunächst eine Fusion der Provinzial Nordwest mit der Provinzial Rheinland ausgelotet werden.

Die Provinzial Nordwest erklärte in einer knappen Mitteilung, Rüther habe „die extrem belastende Phase speziell für seine Frau und seine drei Kinder“ beenden wollen. Zur Frage, ob er weiter als Vorstandschef zu halten sei, gab es von dem Unternehmen am Dienstag keinen Kommentar.

Noch am Dienstag erschien ein Zeitungsinterview, in dem sich Rüther zu der Attacke äußerte. Den „Westfälischen Nachrichten“ sagte er über den vorgeblichen Angriff: „Die Schlagzeilen in den Medien hörten sich bedrohlicher an, als ich es selbst empfunden habe. Ein bisschen unterschätzt habe ich jedoch die Momente, in denen man ins Grübeln kommt und sich vorstellt, was wäre wenn. Doch Gott sei Dank ist ja alles relativ glimpflich verlaufen.“

dpa

Gesucht wird ein Mensch, der richtig viel Geld ausgeben will. Und das für einen guten Zweck. In der Schweiz am Lago Maggiore steht seit kurzem die einstige Villa des Schriftstellers Erich Maria Remarque zum Verkauf.

11.12.2012
Panorama Erweiterung des Jade-Weser-Ports? - Niedersachsen will noch einen Superhafen

Bisher laufen nur drei Schiffe pro Woche den neuen Jade-Weser-Port an, doch schon wird der Ausbau geplant. Die niedersächsische Landesregierung will einen zweiten Container-Terminal. Erst einmal wird aber der Bedarf geprüft.

Klaus Wallbaum 11.12.2012

Weil der Zug zu voll war, hat die Deutsche Bahn in der Uckermark neun Fahrgäste in der Kälte zurückgelassen. Die Reisenden mussten zwei Stunden auf die nächste Verbindung warten. Einen warmen Warteraum gab es nicht.

11.12.2012