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Panorama Polizist erschießt in Notwehr 38-Jährigen nach Messerangriff
Mehr Welt Panorama Polizist erschießt in Notwehr 38-Jährigen nach Messerangriff
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14:05 27.12.2009
Nachbarn des Mannes hatten die Polizei alarmiert, weil der 38-Jährige in seiner Wohnung im Hamburger Stadtteil Ohlsdorf Möbel zertrümmert, gebrüllt und um sich geschlagen hatte.
Nachbarn des Mannes hatten die Polizei alarmiert, weil der 38-Jährige in seiner Wohnung im Hamburger Stadtteil Ohlsdorf Möbel zertrümmert, gebrüllt und um sich geschlagen hatte. Quelle: ddp
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Ein Polizist hat am Sonnabend in Hamburg einen 38 Jahre alten Mann offenbar in Notwehr erschossen. Der psychisch kranke Mann habe die Beamten mit einem Küchenmesser angegriffen, sagte Polizeisprecherin Ulrike Sweden am Sonntag. Zuvor sei selbst der Einsatz von Pfefferspray durch die Beamten wirkungslos geblieben.

Nachbarn des Mannes hatten am zweiten Weihnachtstag kurz nach 16.00 Uhr die Polizei alarmiert, weil der 38-Jährige in seiner Wohnung im Hamburger Stadtteil Ohlsdorf Möbel zertrümmert, gebrüllt und um sich geschlagen hatte. Nachbarn teilten den Beamten mit, dass der Mann psychisch krank sei und bereits seit der vorangegangenen Nacht in der Wohnung randaliere. Auch der herbeigerufenen Mutter des Mannes sei es nicht gelungen, ihren Sohn zu beruhigen.

Als der Mann weder auf das Klingeln noch auf das Klopfen der Polizisten reagierte, forderten sie Unterstützung und einen Rettungswagen an. Mit dem Schlüssel der Mutter ließ sich die Wohnungstür nicht öffnen, da sie von innen blockiert war. Daraufhin traten die Polizisten die Tür ein.

Im Flur sei dann der 38-Jährige mit einem Küchenmesser in der Hand auf die Beamten losgegangen, berichtete die Polizeisprecherin weiter. Als Pfefferspray keine Wirkung zeigte, habe ein 32-jähriger Polizist, der dem Angriff unmittelbar ausgesetzt gewesen sei, dreimal aus seiner Dienstwaffe auf den Angreifer gefeuert. Der Mann wurde von zwei Kugeln im Oberkörper und von einem Projektil im Arm getroffen. Obwohl Rettungskräfte bereits am Einsatzort waren, konnten sie dem Mann nicht mehr helfen. Er starb noch in der Wohnung.

Nach bisherigen Ermittlungen handelte der Beamte angesichts der besonderen Enge der Räumlichkeiten und des plötzlichen Angriffs durch den 38-Jährigen trotz Pfefferspray in Notwehr. Das Mobile Einsatzkommando (MEK) sei nicht angefordert worden, da es keinen Hinweis auf Waffen in der Wohnung gegeben habe. Die sei aber Voraussetzung für einen MEK-Einsatz, sagte Sweden. Die Mordkommission hat die Ermittlungen aufgenommen.

ddp