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Panorama Messerangreifer war schon vor der Tat auffällig
Mehr Welt Panorama Messerangreifer war schon vor der Tat auffällig
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15:43 11.05.2016
Blumen und Kerzen liegen am Eingang zum S-Bahnhof in Grafing. Bei einem Messerangriff war ein Mann ums Leben gekommen, drei weitere Menschen sind schwer verletzt worden. Quelle: Peter Kneffel/dpa
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Grafing

Zwei Tage vor dem tödlichen Messerangriff von Grafing in Bayern hat es wegen des mutmaßlichen Täters einen Polizeieinsatz gegeben. Eine Verwandte habe die Polizei im hessischen Gießen am Sonntag alarmiert, weil der 27 Jahre alte Verdächtige einen wirren Eindruck gemacht habe, teilte die Polizei am Mittwoch mit und bestätigte damit Medienberichte. Der Mann habe zu Hause in Grünberg angegeben, Drogen genommen zu haben, sagte ein Sprecher. Er habe "aber einen ruhigen Eindruck gemacht", ohne Hinweise, dass er sich oder andere gefährden könnte.

Dem Rat der Polizei folgend habe die Familie den 27-Jährigen in eine psychiatrische Klinik in Gießen gebracht, wo er laut LKA bis Montagmorgen blieb.Das Bayerische Landeskriminalamt (LKA) bestätigte am Mittwoch Medienberichte, wonach der 27 Jahre alte Verdächtige auf Anraten seiner Großeltern wegen seelischer Probleme einen Tag in einem Krankenhaus in Gießen zubrachte. Am Montagmorgen habe er die Klinik wieder verlassen.

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Nach Informationen der "tz" hatten die Großeltern vorab erfolglos versucht, dass ihr Enkel behördlich in eine psychiatrische Klinik eingewiesen wird. Der 27-Jährige soll am Mittwochnachmittag dem Ermittlungsrichter vorgeführt werden. Dann entscheidet sich, ob er in Untersuchungshaft oder in eine psychiatrische Klinik kommt. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann aus Hessen Mord und dreifachen Mordversuch vor.

Motiv für die Bluttat weiterhin unklar

Der anscheinend geistig verwirrte Mann hatte ersten Ermittlungen zufolge am Dienstagmorgen am Bahnhof in Grafing einen 56 Jahre alten Fahrgast erstochen und anschließend drei weitere Männer mit Messerstichen teils lebensgefährlich verletzt. Zunächst war von einem islamistischen Hintergrund der Messerattacke ausgegangen worden, da der mutmaßliche Täter "Allahu-Akbar" gerufen haben soll. Die Annahme hatte sich dann im Verlauf der Ermittlungen nicht bestätigt. Das Motiv für die Bluttat blieb zunächst weiter unklar.

dpa/caro/RND

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