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Panorama Polizei nimmt zweiten geflohenen Schwerverbrecher fest
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14:53 01.12.2009
Ein Spezialeinsatzkommando drängte den radelnden Peter Paul Michalski ab. Quelle: ddp (Archiv)
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Viereinhalb Tage nach dem Ausbruch zweier Schwerverbrecher aus der Justizvollzugsanstalt Aachen ist mit dem 46-jährigen Peter Paul Michalski auch der zweite flüchtige Kriminelle gefasst. Er wurde von Spezialeinsatzkräften der Polizei am Dienstagmorgen um 9.50 Uhr in Schermbeck (Kreis Wesel) festgenommen, wie die Kölner Polizei, die die Ermittlungen leitet, mitteilte. Bei dem Zugriff wurden weder Michalski noch Polizeibeamte verletzt.

Die Festnahme von Michalski erfolgte außerhalb der Ortschaft Schermbeck (Kreis Wesel), an einem, wie es hieß, „günstigen Ort“ an der Bundesstraße 58 auf freier Strecke. Laut Polizei war Michalski mit einem silberfarbenen Fahrrad unterwegs. Ein Spezialeinsatzkommando hatte mit einem Fahrzeug den radelnden Michalski abgedrängt, der daraufhin in einen Straßengraben stürzte. Die Überwältigung des 46-Jährigen durch die Einsatzkräfte, die in ziviler Kleidung unterwegs waren, erfolgte nach Polizeiangaben so schnell, dass es gar nicht zu einem Schusswechsel habe kommen können.

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Der 46-Jährige befindet sich inzwischen an einem unbekannten Ort in Polizeigewahrsam. Laut dem Sender N 24 soll er in die Justizvollzugsanstalt nach Bielefeld-Brackwede gebracht werden. Die Polizei wollte bei einer Pressekonferenz um 15.00 Uhr in Köln über die genauen Umstände der Festnahme informieren.

Nordrhein-Westfalens Innenminister Ingo Wolf (FDP) nannte die Festnahme einen „großartigen Erfolg der Polizei“ und dankte den Beamten für ihren Einsatz. Aus Sicht des Bundesvorsitzenden der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, hat sich die zentrale Führung des Einsatzes bewährt. Es sei gelungen, einen flächendeckend hohen Fahndungsdruck zu erzeugen.

Bereits am Sonntag war der mit Michalski geflohene Schwerverbrecher Michael Heckhoff in Mülheim an der Ruhr von einem Spezialeinsatzkommando festgenommen worden. Die beiden Gefängnisausbrecher waren von Aachen nach Köln und von dort ins Ruhrgebiet geflüchtet. Ihnen war bei ihrer Flucht offenbar von Gefängniswärtern geholfen worden.

Nach Michalski war zuletzt schwerpunktmäßig im Raum Ostwestfalen gefahndet worden, da der 46-Jährige in der Gegend Freunde und Verwandte hat. Am Montagabend hatten sich zwei Zeugen, die Michalski im Gütersloher Stadtteil Niehorst mit einer Waffe gesehen haben wollen, unabhängig voneinander bei der Polizei gemeldet. Die daraufhin gestartete Suchaktion nach dem wegen Mordes verurteilten Ausbrecher verlief aber erfolglos. Wie Michalski in den Raum Wesel gelangen konnte, ist derzeit unklar.

Die „Bild“-Zeitung hatte am Dienstag einen ausführlichen Bericht mit Einzelheiten des Ausbruchs und Zitaten des Ausbrechers Heckhoff veröffentlicht. Die Kölner Polizei sagte zu dem Bericht: „Wir müssen davon ausgehen, dass in dem Artikel Informationen verarbeitet sind, die unbefugt an die ’Bild’-Zeitung gelangten.“ Die Polizei leitete ein entsprechendes Ermittlungsverfahren ein und will prüfen, inwieweit die von „Bild“ zitierten Äußerungen Heckhoffs den tatsächlichen Verlauf seiner Flucht wiedergeben.

Laut „Bild“-Zeitung kauften Heckhoff und Michalski eine Pistole von einem Mitarbeiter der Justizvollzugsanstalt Aachen, mit der sie einen Wärter und einen Pförtner bedroht hatten. Bislang hieß es, beide Täter hätten ein Messer als Waffe benutzt. Den Schlüssel, mit dem sie mehrere verschlossene Türen öffneten, hatten sie sich laut Heckhoff in der Gefängnis-Schlosserei angefertigt. Das Muster dafür habe ihnen ein Wärter gegeben.

Die Leiterin der JVA Aachen, Reina Blikslager, zeigte sich erleichtert, dass nach Heckhoff nun auch Michalski gefasst ist. Sie betonte, dass gegen kriminelle Bedienstete „auch die besten Sicherheitsmaßnahmen nicht helfen“.

Heckhoff und Michalski waren am Donnerstagabend aus dem Aachener Gefängnis ausgebrochen. Auf ihrer Flucht kaperten sie drei Autos. Außerdem brachten sie vorübergehend zwei Taxifahrer, eine 19-Jährige aus dem Raum Köln und ein Essener Ehepaar in ihre Gewalt. Alle wurden unverletzt wieder freigelassen. Beide Männer sind zu lebenslanger Haft und anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt.

ddp

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