Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Panorama Polizei nimmt nach Bluttat 30-Jährigen fest
Mehr Welt Panorama Polizei nimmt nach Bluttat 30-Jährigen fest
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:29 26.08.2009
Die Polizei hat nach dem Bluttat in Cuxhaven einen 30-Jährigen festgenommen.
Die Polizei hat nach dem Bluttat in Cuxhaven einen 30-Jährigen festgenommen. Quelle: ddp
Anzeige

„Näheres zum Motiv wissen wir noch nicht“, sagt eine Polizeisprecherin am Nachmittag. Der Tatverdächtige werde noch vernommen. Die Opfer kommen aus Peine und Winsen/Aller (Kreis Celle). Sie besuchten eine Verwandte auf dem Campingplatz. Als Gäste die Toten finden, sind deren Körper mit zahlreichen Schnittverletzungen übersät. Die Polizei wird gegen 04.30 Uhr alarmiert, mehr als 100 Beamte fahnden nach dem Täter.

Ein Hubschrauber kreist am Vormittag mehrmals über dem Areal, die Polizisten machen Luftbilder und suchen nach Spuren. Mehrere Beamte passen am hölzernen Eingangstor auf, dass niemand auf den Campingplatz gelangt. Große Transporter sollen den Blick der Schaulustigen auf den Tatort verstellen. Nur 70 Stellplätze gibt es hier, die Dauercamper kennen sich seit vielen Jahren. Keiner von ihnen äußert sich zu dem Verbrechen. „Die Gemeinschaft will momentan für sich sein und möchte keine Öffentlichkeit“, erklärt die Polizeisprecherin.

Die Passanten sind fassungslos, dass in der Touristenhochburg Cuxhaven so eine Tat passieren kann. „Das war heute Morgen ein Schock“, sagt Sieglinde Geistert, die mit dem Fahrrad unterwegs ist. Wenige Meter weiter steht Hans Schuster mit seiner Frau, die beiden haben ganz in der Nähe einen Wohnwagen. „Es ist furchtbar“, sagt der 68-Jährige kopfschüttelnd. Seine Ehefrau Ursel hat in der Nacht auf dem Campingplatz „Machulez“ einen heftigen Streit gehört: „Eine Frau hat geschrien“, berichtet sie.

Währenddessen öffnen Beamte für einen kurzen Augenblick den Eingang zum Campingplatz, ein großer schwarzer Leichenwagen fährt hinein. Der Kontrast könnte kaum größer sein: Nur kurze Zeit später rollen bei strahlendem Sonnenschein vier Pferdekutschen die Straße entlang. Die Gäste kommen von einer Wattwagenfahrt. Viele wissen noch gar nicht, was an ihrem Urlaubsort passiert ist.

Die Bluttat werde die Beliebtheit des Nordseeheilbads nicht mindern, meint Oberbürgermeister Arno Stabbert (CDU). „Unsere Campingplätze und Strände sind sicher.“ Drei Millionen Übernachtungen zählt die Stadt jährlich. Erst kürzlich hatte ein Dreifachmord auf einem Campingplatz im Münsterland für Aufsehen gesorgt. Ein 33-Jähriger tötete dort seine ehemalige Freundin und ihre Eltern.

lni