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Panorama Polizei: Sicherheitschecks an Flughäfen prüfen
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10:25 21.01.2010
Der Sicherheitsbereich wurde nach dem Bombenalarm am Münchner Flughafen abgesperrt. Mehr als hundert Flüge verspäteten sich.
Der Sicherheitsbereich wurde nach dem Bombenalarm am Münchner Flughafen abgesperrt. Mehr als hundert Flüge verspäteten sich. Quelle: dpa
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Nach dem Bombenalarm am Flughafen München hat die Gewerkschaft der Polizei gefordert, die Sicherheitsvorkehrungen auf deutschen Flughäfen vollständig auf den Prüfstand zu stellen. Eine derartige Sicherheitslücke könne sich ein Airport nicht leisten, sagte der für die Bundespolizei zuständige Gewerkschaftsvorsitzende Josef Scheuring der „Süddeutschen Zeitung“ (Donnerstag). „Wenn man jemanden kontrolliert, muss man ihn auch festhalten können.“ Die Polizei suchte in der Nacht weiter nach dem Fluggast, dessen Laptop bei der Gepäckkontrolle Alarm ausgelöst hatte. Am frühen Donnerstagmorgen wurden Videobilder des etwa 50 Jahre alten Mannes ausgewertet.

Wegen des Bombenalarms war der Sicherheitsbereich des Münchner Flughafens am Mittwoch stundenlang gesperrt worden. Es gab erhebliche Störungen im Flugverkehr. Mehr als hundert Flüge verspäteten sich oder wurden annulliert.

Scheuring sagte, das Münchner Geschehen sei zwar aus der Distanz nur schwer zu beurteilen. Es sei aber naheliegend, dass entweder zu wenig Personal am Kontrollschalter zur Verfügung stand oder aber die Ausbildung der Leute mangelhaft gewesen sei.

Während der Routine-Kontrolle eines Notebooks vor dem Sicherheitsbereich zeigte ein Prüfgerät möglicherweise vorhandenen Sprengstoff an. Als eine Mitarbeiterin das Gerät genauer untersuchen wollte, griff der Reisende nach dem Notebook und verschwand in der Menge. Die Polizei sperrte diesen Flughafenteil mehr als drei Stunden lang und überprüfte dort alle Passagiere.

Es gab keine genauen Informationen, ob der Mann in eine Maschine oder nach draußen entkommen war. Da Fluggäste beim Passieren der Sicherheitsschleuse aber bereits eine Bordkarte haben müssen, wurde nicht ausgeschlossen, dass der Mann sein Flugzeug unbehelligt besteigen konnte.

Die Ursache für den möglichen Fehlalarm blieb unklar. Die Kontrollgeräte sind nach Angaben der Sicherheitsgesellschaft München so eingestellt, dass sie Sprengstoff-Verdacht schon auf niedrigstem Niveau melden. Daher kämen auch Fehlalarme immer wieder vor. Einen konkreten Verdacht auf Sprengstoff in einem Gegenstand habe es nicht gegeben.

dpa