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17:37 12.08.2009
Plus ruft Rucola Fund Giftkraut zurück langenhagen giftpflanze
Der Rückruf betreffe alle Plus- und Netto-Märkte, sagte Plus-Sprecherin Christina Stylianou. Quelle: Oliver Kühn (Archiv)
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Das betreffe alle Plus- und auch Netto-Märkte, sagte Plus-Sprecherin Christina Stylianou am Mittwoch in Bonn. Der Bonner Wissenschaftler Helmut Wiedenfeld hatte eine ihm aus Hannover zugesandte Packung Rucola, die aus einem dortigen Plus-Supermarkt stammen soll, untersucht und darin das für den Menschen giftige Gemeine Greis- oder Kreuzkraut (Senecio vulgaris) entdeckt.

Wiedenfeld schlug Alarm: Gelange das Kraut in Salat-Packungen, sei dies für Verbraucher gesundheitlich gefährlich. Das Heimtückische: Rucola und das Gemeine Kreuzkraut sehen ähnlich aus. „Die Blätter gleichen sich, so dass Laien im Prinzip keinen Unterschied zwischen Rucola und der Giftpflanze erkennen können“, warnte der Wissenschaftler vom Pharmazeutischen Institut der Universität Bonn.

Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) forderte die Branche zu mehr Sorgfalt auf: „Hier muss ganz klar sorgfältiger als bisher gearbeitet werden“, sagte eine Ministeriumssprecherin. Schon beim Anbau des Salats und bei der Ernte müsse auf mögliche giftige Kräuter geachtet werden, die darin nicht enthalten sein dürften. Anbauer, Verarbeiter und Händler müssten alles tun, um solches Gift im Salat zu vermeiden. Das Ministerium rief die Verbraucher dazu auf, vorsorglich Salat sorgfältig zu waschen.

Wiedenfeld wies daraufhin, dass bereits vor mehr als zwei Jahren giftiges Kreuzkraut in einer abgepackten Salatmischung (Radicchio, Frisee- und Feldsalat) gefunden worden sei. „Damals warnte das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) nur vor der Gesundheitsgefährdung - ohne weitere Schritte einzuleiten“, kritisierte der Wissenschaftler.

In einer 146 Gramm-Packung Rucola entdeckte Wiedenfeld nach eigenen Angaben 2608 Mikrogramm des Gifts Pyrrolozidinalkaloid. „Das ist eine erschreckende Dosis.“ Dabei werde die vom Arzneimittelgesetz zulässige Tagesdosis um das Mehrtausendfache überschritten. „Dass das gesundheitliches Risiko darstellt, ist offensichtlich. Der regelmäßige Verzehr über lange Zeit kann zu Leberkrebs führen.“

Eine Bekannte des Käufers hatte am vergangenen Dienstagnachmittag nach Angaben der Region Hannover die dortige Lebensmittelbehörde über den Fund informiert. Am Folgetag korrigierte sie bei der Region Hannover noch mal ihre Angaben über den genauen Supermarkt, in dem der Mann den Rucola kaufte. Daraufhin überprüften die Behörden den betroffenen Markt, fanden aber keine weiteren verdächtigen Packungen.

Der Salat mit dem Giftkraut wurde in einem Betrieb in Rheinland-Pfalz abgepackt. Auch dort wurde daraufhin sofort geschaut, ob weitere Packungen das gefährliche Kraut enthielten, gefunden wurde nach Angaben der Region Hannover aber nichts. Der Käufer sagte, er könne sich nicht mehr genau erinnern, wann er den Salat gekauft habe und habe auch keine Kaufbelege aufbewahrt.

lni