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Panorama Pfefferspray nach Pressebericht gefährlicher als vermutet
Mehr Welt Panorama Pfefferspray nach Pressebericht gefährlicher als vermutet
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10:55 27.12.2009
Zwischen Capsaicin, dem Chili-Wirkstoff aus dem Pfefferspray, und Kokain kann es zu fatalen Wechselwirkungen kommen. Quelle: ddp (Archiv)
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Pfefferspray kann nach Informationen des Nachrichtenmagazins „Spiegel“ für Menschen, die unter Drogen oder Psychopharmaka stehen, tödlich wirken. Wie das Magazin in seiner neuesten Ausgabe berichtet, gab es allein im vergangenen halben Jahr mindestens drei Todesfälle nach dem Pfefferspray-Einsätzen von Polizisten. Zwei der Toten standen demnach unter Drogen, der Dritte hatte kurz vorher ein starkes Beruhigungsmittel bekommen.

Laut „Spiegel“ könnten die Vorfälle den Verdacht von Kritikern untermauern, dass Pfefferspray weitaus gefährlicher ist als allgemein angenommen. Das Magazin bezog sich auch auf eine Studie des kalifornischen Suchtmediziners John Mendelson, wonach es zwischen Capsaicin, dem Chili-Wirkstoff aus dem Pfefferspray, und Kokain zu fatalen Wechselwirkungen kommen kann.

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Nach Angaben des Magazins war am 3. Juli ein 42-jähriger Mann in München im Kokainrausch nackt auf die Straße gerannt und hatte ein Fenster mit dem Kopf eingeschlagen. Polizisten setzten Pfefferspray ein, kurz darauf kollabierte der Mann und starb zwei Tage später. Am 31. Oktober starb ein Drogensüchtiger in Laucha in Sachsen-Anhalt: Auch er hatte nackt auf der Straße randaliert und zudem auf Passanten eingeschlagen. Kurz nachdem er Pfefferspray ins Gesicht bekommen hatte, hörte er auf zu atmen. Im dritten Fall starb ein psychisch kranker Mann aus einem Heim in Essen am 7. August. Obwohl ihm eine Notärztin ein Beruhigungsmittel gespritzt hatte, griff der 43-Jährige einen Pfleger an - er starb ebenfalls kurz nach einem Pfefferspray-Einsatz.

„Spiegel“ zufolge hatten die Behörden bei der Einführung des Pfeffersprays ausdrücklich den Einsatz gegen psychisch Kranke oder unter Drogen stehende Menschen empfohlen.

afp