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Panorama Paris will grüner werden – mit Schafherden und Wäldern an zentralen Plätzen
Mehr Welt Panorama Paris will grüner werden – mit Schafherden und Wäldern an zentralen Plätzen
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14:38 26.07.2019
Paris als Stadt für die Menschen und nicht für die Autos – mit diesem Ziel treibt Bürgermeisterin Anne Hidalgo verschiedene ökologische Projekte voran. Nicht alle finden das gut. Quelle: Gao Jing/Xinhua/Imago images
Paris

Der sogenannte Almauftrieb führte über den betonierten Trocadéro-Platz bis zum Eiffelturm. Mitten in Paris gibt es zwar nicht den Hauch einer Alm. Aber die 27 Schafe, die vor einigen Tagen gemächlich in die französische Hauptstadt einzogen, wirkten nicht verschreckt, fanden zumindest auf den Grünflächen Nahrung und überall gehörig viel Aufmerksamkeit. 140 Kilometer hatte die Herde in mehreren Wochen zurückgelegt, durch 34 Vororte von Paris war sie gezogen. Organisiert wurde die Aktion vom Verein der Stadt-Hirten, der sich um die Ausbildung einer „urbanen Landwirtschaft“ bemüht. „Schafe in der Stadt – das ist möglich. Das wollten wir zeigen“, sagte Vereinsmitbegründerin Julie-Lou Dubreuilh.

Sie bekräftigte damit einen Trend, der Paris seit einigen Jahren erfasst hat. Die französische Metropole soll sauberer und ökologischer werden; regelmäßig werden die Grenzwerte für Luftverschmutzung überschritten. Kürzlich verurteilte sogar ein Gericht den französischen Staat wegen mangelnden Engagements gegen diese Gefahr für die Gesundheit.

Pariser Rathaus treibt grüne Projekte voran

Umso plakativer treibt das Pariser Rathaus entsprechende Projekte voran. Auf Dachterrassen wuchern Gärten, Radwege werden massiv ausgebaut und die Autos aus der Stadt gedrängt, etwa durch Geschwindigkeitsbegrenzungen oder die komplette Sperrung von Straßen wie an den Ufern der Seine: Auf den einstigen Schnellfahrstrecken tummeln sich heute Skateboarder, Rollerfahrer, Flaneure. Regelmäßig finden autofreie Sonntage statt. Bürgermeisterin Anne Hidalgo kündigte sogar an, dass die vier ersten Arrondissements im Herzen der Stadt mittelfristig verkehrsberuhigt werden sollen.

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Mit solchen Plänen zieht sich die Sozialistin zwar den Zorn der Auto- und Taxifahrer zu – der Verein 40 Millionen Autofahrer wirft ihr vor, aus „reiner Ideologie“ zu handeln: Die somit entstehenden Staus verschlimmerten die Verschmutzung demnach sogar. Den Vorwurf weist sie unbeirrbar zurück, die weiterhin den Umweltschutz als ihr Hauptanliegen bezeichnet. Das Thema bestimmt auch bereits den beginnenden Wahlkampf vor der Bürgermeisterwahl im März 2020. Hidalgo wird nicht nur von den Grünen herausgefordert, mit denen sie derzeit koaliert, sondern auch vom Kandidaten von Macrons LREM-Partei, Benjamin Griveaux, sowie von ihrem sozialistischen Parteikollegen Gaspard Gantzer: Der ehemalige Kommunikationschef von Ex-Präsident François Hollande hat angekündigt, die notorisch verstopfte Ringautobahn um Paris gänzlich abzureißen.

Grüne Vorhaben bestimmen Wahlkampf vor Bürgermeisterwahl 2020

Alle Bewerber setzen auf Ökothemen, so als sei die amtierende Rathauschefin in dem Bereich nicht schon längst aktiv. Hidalgo hebt hervor, dass es seit ihrem Amtsantritt 2014 insgesamt 40 Hektar zusätzliche Parks und Grünbereiche gibt und 20 000 neue Bäume im Stadtgebiet gepflanzt wurden. Gerade kündigte sie an, Stadt-Wälder an zentralen Orten wie dem Vorplatz des Rathauses oder hinter der Alten Oper aufzubauen. Wenn man den steigenden Temperaturen nicht entgegenwirke, werde Paris bald „unbewohnbar“, warnte die 60-Jährige. Außerdem wolle sie „den Fußgängern Raum in der Stadt zurückgeben, die zu sehr dem Auto vorbehalten war“. 5000 bis 6000 Baustellen zählt Paris derzeit, die oft dazu dienen, diesen Paradigmenwechsel vorzubereiten.

Darüber hinaus gibt es ein weiteres Vorzeigeprojekt, das nicht zufällig bis 2024 fertig sein soll – in dem Jahr richtet Paris die Olympischen Spiele aus. Um den Eiffelturm ist ein 50 Hektar großer Park geplant. Der US-Landschaftsarchitektin Kathryn Gustafson, die die Ausschreibung gewonnen hat, schwebt ein „großer Grünbereich mit viel mehr Biodiversität“ vor. „Wir werden wieder Vögel singen hören“, verspricht Hidalgo.

Von Birgit Holzer

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