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Panorama Ostküste der USA versinkt unter Schneemassen
Mehr Welt Panorama Ostküste der USA versinkt unter Schneemassen
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11:42 20.12.2009
Ein Schneepflug kämpft sich in Washigntion durch den Schnee.
Ein Schneepflug kämpft sich in Washigntion durch den Schnee. Quelle: afp
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Einer der heftigsten Schneestürme seit Jahrzehnten hat wenige Tage vor Weihnachten weite Teile der US-Ostküste lahmgelegt und mindestens vier Menschen das Leben gekostet. In der Hauptstadt Washington rief Bürgermeister Adrian Fenty den sogenannten Schnee-Notstand aus. Auf den Flughäfen saßen am Sonntag noch tausende Passagiere fest, während auf verschneiten Straßen der Verkehr vielerorts praktisch zusammenbrach.

In einigen Gegenden fielen fast 60 Zentimeter Schnee. Washington war bereits am Samstag von einer 40 Zentimeter hohen Schneedecke überzogen - soviel Neuschnee war in der US-Hauptstadt zuletzt im Dezember 1932 gefallen. Die Menschen saßen auf den Flughäfen in Washington und Baltimore fest, wo alle Flüge gestrichen wurden. Die Fluggesellschaft United Airlines hatte bereits am Freitag mehrere Flüge abgesagt, die an der Ostküste starten sollten.

US-Präsident Barack Obama landete nach seiner Rückkehr vom Weltklimagipfel in Kopenhagen auf der Andrews-Luftwaffenbasis nahe der Hauptstadt, wo Schneepflüge die Landebahn freigeräumt hatten. Ins Weiße Haus wurde er aber nicht wie üblich mit seinem Helikopter gebracht, sondern in einer Autokolonne.

Auf den Straßen im Bundesstaat Virginia kamen mindestens drei Menschen ums Leben, nach Angaben der Rettungskräfte blockierten rund 3000 Unfälle die Autobahnen. Manche Autofahrer saßen bis zu zwölf Stunden in ihren Fahrzeugen fest. Sie wurden von Rettungskräften mit warmem Essen und Trinkwasser versorgt und teilweise in Notunterkünfte gebracht. Die Gesundheitsbehörden von Virginia meldeten ein weiteres Todesopfer infolge des Wintereinbruchs.

Auch der öffentliche Verkehr brach in weiten Teilen der Region zusammen. Die meisten Greyhound-Busse kamen verspätet oder gar nicht. Landesweit waren mehr als 70.000 Menschen ohne Strom. Auch in Virginia, Maryland, West Virginia und Delaware wurde der Notstand ausgerufen, eine Schneesturm-Warnung galt auch für Teile von Connecticut, Massachusetts und Rhode Island.

In Washington und New York wurden die städtischen Behörden in Alarmbereitschaft versetzt. Beide Städte forderten zusätzliche Maschinen, Streusalz und Personal zur Räumung der Schneemassen an. Kirchen, Schulen und Museen, aber auch viele Geschäfte und Einkaufszentren blieben trotz des Weihnachtsgeschäfts geschlossen oder machten früher zu. Am letzten Adventswochenende nehmen die US-Einzelhändler sonst landesweit bis zu 15 Milliarden Dollar (rund zehn Milliarden Euro) ein.

Der Bürgermeister von New York, Michael Bloomberg, wollte dem Schneechaos jedoch auch etwas Positives abgewinnen. „Hoffentlich werden wir ein bisschen weiße Weihnachten haben“, sagte er örtlichen Medien. Der Wetterdienst sagte für Heiligabend und den Ersten Weihnachtstag weitere Schneefälle voraus.

afp