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Panorama Organspende-Skandal: Leipziger Klinik schließt Zahlungen nicht aus
Mehr Welt Panorama Organspende-Skandal: Leipziger Klinik schließt Zahlungen nicht aus
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14:51 02.01.2013
Der Sprecher des Medizinischen Vorstandes des Universitätsklinikums Leipzig, Wolfgang E. Fleig, nimmt zu den Vorwürfen gegen die medizinische Einrichtung Stellung. Quelle: dpa
Leipzig

Die Führung des Leipziger Uniklinikums schließt nicht aus, dass beim Organspende-Skandal an ihrem Transplantations- Zentrum Geld geflossen ist. „Ich kann nicht meine Hand dafür ins Feuer legen, dass kein Geld geflossen ist“, sagte Prof. Wolfgang Fleig, medizinischer Vorstand am Uniklinikum Leipzig (UKL), am Mittwoch. Soweit er die beschuldigten Ärzte und die betroffenen Patienten kenne, könne er sich eine Bestechung jedoch nicht vorstellen. Die Staatsanwaltschaft Leipzig hat ein Verfahren eingeleitet, um eine mögliche strafrechtliche Relevanz zu prüfen.

Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery erwartet, dass noch weitere Unregelmäßigkeiten entdeckt werden. „Die Prüfkommission untersucht etwa 140 Transplantations-Programme, was etwa drei Jahre dauern wird. Deshalb rechnen wir damit, dass noch mehr ans Licht kommt“, sagte er der „Bild“-Zeitung.

Nach bisheriger Prüfung seien 38 Patienten fälschlicherweise als Dialyse-Fälle ausgewiesen worden, um sie in der Warteliste für Organtransplantationen nach oben zu bringen, sagte Fleig. „Das ist ein für mich bestürzendes Ergebnis. Ich bin fest davon ausgegangen, dass wir ein regelkonformes Verfahren haben.“ Die Mauscheleien waren bei Untersuchungen der Prüfungskommission und der Überwachungskommission von Deutscher Krankenhausgesellschaft, GKV-Spitzenverband und Bundesärztekammer ans Licht gekommen.

Das UKL hat den Direktor der Transplantationsklinik sowie zwei Oberärzte beurlaubt. Diese beiden Ärzte hätten die Verantwortung dafür gehabt, wie die Patientenunterlagen auszufüllen gewesen seien, hieß es. „Ob Dialyse oder nicht ist ein Kreuzchen am Computer“, sagte Fleig.

Das Bundesgesundheitsministerium wies Kritik daran zurück, dass die Prüfung der Transplantationszentren unter dem Dach der Bundesärztekammer stattfindet. „Es gibt Überwachungs-, Prüfungs- und Kontrollmechanismen, die funktionieren“, sagte eine Sprecherin des Ministeriums in Berlin. Die aufgedeckten Manipulationen an drei von bisher zehn überprüften Zentren seien Beleg dafür. Die Sprecherin betonte: „Das sind Einzelfälle, und das betrifft nicht das Gesamtsystem.“

Ähnliche Vorwürfe wie in Leipzig waren 2012 aus München, Regensburg und Göttingen bekanntgeworden. Auch dort ermitteln Staatsanwaltschaften, im Göttinger Fall wegen des Verdachts der Bestechlichkeit des verantwortlichen Mediziners.

dpa

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