Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Panorama „Opfer-Abo“ ist das Unwort des Jahres 2012
Mehr Welt Panorama „Opfer-Abo“ ist das Unwort des Jahres 2012
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:50 15.01.2013
Sprachwissenschaftlerin Nina Janich präsentiert das Unwort des Jahres "Opfer-Abo". Der Schweizer Moderator Jörg Kachelmann hatte den Begriff im Herbst 2012 geprägt. Quelle: dpa
Darmstadt

Das Unwort des Jahres 2012 lautet „Opfer-Abo“. Das teilte die „Unwort“-Jury unter dem Vorsitz der Sprachwissenschaftlerin Nina Janich am Dienstag in Darmstadt mit. Das Schlagwort wurde einer Äußerung von Jörg Kachelmann zugeordnet.

Der Schweizer Moderator hatte im Herbst davon gesprochen, dass Frauen in der Gesellschaft ein „Opfer-Abo“ hätten. Die Jury kritisierte den Begriff dafür, dass er Frauen „pauschal und in inakzeptabler Weise“ unter den Verdacht stelle, sexuelle Gewalt zu erfinden und damit selbst Täterin zu sein.

Jury-Mitglied und Kindermoderator Ralph Caspers ("Sendung mit der Maus") hat die Wahl zum Unwort des Jahres verteidigt. Der Madsack Hauptstadtredaktion sagte er: „Ich finde, bei der Wahl zum Unwort des Jahres hat es genau das richtige erwischt. Es gibt Unwörter, die auf den ersten Blick eher harmlos, fast schon niedlich sind. ‚Peanuts’ fällt mir ein. ‚Opfer-Abo’ ist da anders. Es starrt einen geradezu verächtlich an mit seinen leeren Os am Anfang und am Ende." Die Wahl des wenig geläufigen Begriffs war in der Twittergemeinde auf Unverständnis gestoßen. Über die „Unwörter der deutschen Sprache" sagte Caspers allgemein: „Sprache ist wie ein großer Salat. Das meiste ist sehr genießbar, aber ab und zu findet man ein Blatt, das am Rand ein bisschen faul geworden ist. Das pickt man raus, legt es beiseite und isst weiter."

Zum „Unwort des Jahres 2011“ war „Döner-Morde“ gewählt worden, 2010 „alternativlos“ und 2009 „betriebsratsverseucht“.

Neben der unabhängigen, sprachkritischen Jury mit ihrer Sprecherin in Darmstadt wählt davon getrennt die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) in Wiesbaden das Wort des Jahres. Für 2012 wurde im Dezember der Begriff „Rettungsroutine“ bekanntgegeben.

Das Wort stehe für die immer wiederkehrenden Maßnahmen zur Rettung des Finanzsystems.

Kachelmann spottet via Twitter

Inzwischen hat sich Jörg Kachelmann über Twitter zu der Jury-Wahl geäußert: Mit Spott reagiert er auf die Wahl des von ihm mitgeprägten "Unwortes des Jahres" reagiert. "Hui, das Unwort des Jahres. Wer hats erfunden? ;-) Leider ist es die Wahrheit, die manchmal politisch unkorrekt ist", schrieb der Wettermoderator am Dienstag auf seinem Twitter-Account. In einem anderen Tweet bemerkte er: "Der Erfinder des Unwort des Jahres ist uebrigens eine Erfinderin, was aber fuer den vollpfostenjournalismus sicher zu anstrengend ist."

Die Jury hatte das Wort "Opfer-Abo" einer Äußerung des Moderators in einem gemeinsamen Interview mit seiner Frau zugeordnet. Mit ihr hatte er auch ein Buch über die gegen ihn gerichteten Vergewaltigungsvorwürfe geschrieben. Wen er mit der Erfinderin des Unwortes konkret meinte, ließ er offen.

dpa / Harald John  

Mehr als 20 Jahre nach dem Mord an einer jungen Frau hat ein 46-Jähriger vor Gericht die Tat gestanden. Mit der Vernehmung der ermittelnden Polizisten soll der Prozess vor dem Braunschweiger Landgericht am Dienstag fortgesetzt werden.

15.01.2013

Mit einem Gefahrenatlas im Internet will das Innenministerium auf besonders unfallträchtige Strecken im Land hinweisen. Überhöhte Geschwindigkeit gilt nach wie vor als eine der Hauptursachen für Unfälle mit Toten und Schwerverletzten.

Saskia Döhner 14.01.2013

Die Vorwürfe sind ungeheuerlich, aber noch fehlen die Beweise. Behinderte der Diakonie Himmelsthür in Hildesheim sollen sich prostitutiert haben, um ihr karges Taschengeld aufzubessern. Die Staatsanwaltschaft hat noch keine Erkenntnisse, ob daran wirklich etwas dran ist.

17.01.2013