Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Panorama Ölpest: Weitere US-Staaten rufen Notstand aus
Mehr Welt Panorama Ölpest: Weitere US-Staaten rufen Notstand aus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:33 01.05.2010
Bis zum Freitag wurden nach Behördenangaben mehr als 60 Kilometer schwimmende Barrieren gegen die Ölpest im Golf von Mexiko ausgebracht. Quelle: ap
Anzeige

„Dieses Öl-Leck stellt eine ernsthafte Bedrohung für unsere Umwelt und Wirtschaft dar“, sagte Alabamas Gouverneur Bob Riley. TV-Stationen berichteten über erste Vögel mit verkleistertem Gefieder.

Louisiana mobilisierte bis zu 6000 Nationalgardisten. Die Ölpest bedroht hochsensible Ökosysteme. Nach Berechnungen der Meeresbehörden könnte der Ölteppich über das Wochenende die Küsten Mississippis und Alabamas erreichen, am Montag dann auch die Küste West-Floridas. Zur Abstimmung der Schutzmaßnahmen am gesamten Küstenstreifen sollte es am Samstag auch eine Telefonkonferenz der Gouverneure mit der Ministerin für Heimatschutz, Janet Napolitano, geben.

Anzeige

Auslöser der Ölpest war vor einer Woche der Untergang der BP- Bohrinsel „Deepwater Horizon“. Seitdem tritt das Rohöl in 1500 Metern Meerestiefe aus mehreren Lecks aus. Der Ölfilm war am Freitag bis zu 72 Kilometer breit und bis zu 160 Kilometer lang. Tausende Helfer sind im Einsatz, 300 Schiffe und Flugzeuge stehen zur Verfügung.

Nach Schätzungen der US-Behörde für Ozeanographie laufen täglich etwa 700 Tonnen aus. Wenn es weiter in diesen Mengen sprudelt, dauert es keine zwei Monate, bis das Ausmaß der „Exxon-Valdez“-Katastrophe erreicht ist. Die Havarie des gleichnamigen Tankers 1989 in Alaska gilt als bisher größte Umweltkatastrophe in der Geschichte der USA.
Regierungsvertreter bezweifelten öffentlich, dass die Maßnahmen des Ölkonzerns BP im Kampf gegen die Ölpest ausreichten. Mehrere von Präsident Barack Obama in die betroffene Region entsandte Minister verstärkten den Druck auf das Unternehmen, das nach Auffassung der US-Regierung alle Kosten zu tragen hat.

BP versucht mit aller Kraft, einen Imageschaden durch die Katastrophe abwenden. „Wir werden danach beurteilt werden, ob wir erfolgreich mit diesem Vorfall umgehen. Und wir sind entschlossen, Erfolg zu haben“, sagte BP-Chef Tony Hayward nach einer Erklärung des Unternehmens von Freitagabend. Der britische Konzern beteiligt sich nach eigenen Angaben mit mehr als 2500 Helfer an der Rettungsaktion und will mehr Schutzbarrieren heranschaffen.

Bis zum Freitag wurden nach Behördenangaben mehr als 60 Kilometer schwimmende Barrieren ausgebracht, mehr als 90 Kilometer stünden bereit. Hayward hatte bereits betont, dass BP für den Ölunfall die volle Verantwortung übernehme und „rechtmäßigen Schadenersatzforderungen nachkommen werde.

Der Konzern habe das Fachwissen von anderen Giganten der Branche wie Exxon, Shell, Chevron und Anadarko angefragt. Nach Schätzungen kostet der Unfall BP rund sechs Millionen Dollar am Tag. Die Summe werde sich aber vermutlich erhöhen, je länger und umfangreicher die Rettungsaktion wird.

dpa

Mehr zum Thema

Die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko wird immer bedrohlicher. Nach dem US-Staat Louisiana wurde auch für Teile Floridas der Notstand erklärt. Louisianas Gouverneur Bobby Jindal mobilisierte bis zu 6000 Mann der Nationalgarde, die bei Säuberungsarbeiten helfen sollen.

01.05.2010

Das Öl aus der im Golf von Mexiko untergegangenen Bohrinsel hat am Donnerstagabend (Ortszeit) die Küste des US-Bundesstaats Louisiana erreicht. Nahe des hoch sensiblen Mississipi-Deltas schwappe der Ölteppich an Land, teilten die örtlichen Behörden mit.

30.04.2010

Es ist ein verzweifelter Kampf gegen die Ölpest vor der US-Küste: Täglich strömen bis zu 800.000 Liter Öl in den Golf von Mexiko. Jetzt erwägt die US-Regierung sogar den Einsatz der Streitkräfte.

29.04.2010