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Panorama Niedersachsens Beamte 
fürchten um eigene Sicherheit
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fürchten um eigene Sicherheit
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00:15 16.05.2013
Die Polizei überwältigte am Montag einen 37-jährigen Mann, der zuvor eine Mitarbeiterin der Führerscheinstelle in Soltau bedroht hatte. Quelle: Symbolfoto
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Soltau

Nach den tödlichen Schüssen auf den Hamelner Landrat Rüdiger Butte ist es erneut zu einem Gewaltausbruch in einer niedersächsischen Behörde gekommen. In Soltau bedrohte am Montagmorgen ein 37-Jähriger die Mitarbeiterin einer Führerscheinstelle mit einer Gaspistole.

„Er hielt der Frau die Pistole an den Kopf“, berichtet Andreas Pütz, Heidekreis-Sprecher. Die Mitarbeiterin rief um Hilfe, eine Kollegin aus dem Büro nebenan eilte herbei. Der 37-Jährige bedrohte auch diese Frau – warum, blieb unklar. Eine weitere Mitarbeiterin konnte die Polizei alarmieren.

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Die Polizei stellte später fest, dass die täuschend echt aussehende Waffe nur mit Platzpatronen geladen war. Der Mann hatte bereits Hausverbot in der Führerscheinstelle, weil er schon mehrmals aggressiv aufgetreten war.

Gewaltbereitschaft der Bürger hat zugenommen

Die Gewaltbereitschaft von Bürgern in niedersächsischen Amtsstuben steigt auch andernorts. „Das ist ein ganz eindeutiger Trend“, sagt Göttingens Landrat Bernhard Reuter, Vorsitzender des niedersächsischen Landkreistages. „Besonders bei Jobcentern, aber auch bei Jugendämtern und Ausländerbehörden registrieren wir eine höhere Aggressivität“, sagte Reuter am Montag der HAZ. Die Akzeptanz der Bürger, auch eine für sie negative Entscheidung der zuständigen Behörden hinzunehmen, schwinde zunehmend.

Auch wenn es bislang nur ein einziges Mal zu einem tödlichen Zwischenfall gekommen sei wie in Hameln, wo vor knapp drei Wochen Landrat Butte von einem offenbar dementen Rentner erschossen wurde, werden die Kommunen jetzt über mögliche Gegenmaßnahmen diskutieren. „Einlasskontrollen würden mir schwerfallen, aber es gibt einige Maßnahmen unterhalb dieser Stufe – von einem geschulten Beschwerdemanagement über Notruftasten bis hin zu speziellen Fluchttüren und dem Vier-­Augen-Management für schwierige Kunden“, sagte Reuter. Einiges habe man im Landkreis Göttingen in der Vergangenheit schon eingeführt. Reuter betonte aber, dass sich die Kommunalverwaltung „keinesfalls vom Bürger abschotten dürfe“ – trotz der Zumutungen, die Beamte auch erlebten.

Zugang in Behörden bald nur noch mit Einlasskontrolle?

Auch Heiger Scholz, Hauptgeschäftsführer des Niedersächsischen Städte­tages, hat eine zunehmende Verrohung im Ton festgestellt, „vor allem in den ­Sozialämtern“. Aber man müsse überlegen, „wie man der allgemeinen Gewalt­steigerung in der Gesellschaft begegnen“ könne: „Jetzt kommt es sogar in Gerichtssälen zu Exzessen.“ Die Verantwortlichen in Soltau überlegen, ob es künftig Einlasskontrollen bei der Führerscheinstelle geben sollte. „Eine Möglichkeit ist, dass der Zugang nur über eine Klingel erfolgt“, sagt Kreissprecher Pütz.

Matthias Pöls / Michael B. Berger