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Panorama Niedersachsen für Schneeunwetter gerüstet
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23:49 08.01.2010
Eine Weidenallee im Nebel bei Müllingen an einem verschneiten Feld. Quelle: lni
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Am Vormittag tagten im Innenministerium die Verantwortlichen von Polizei, Feuerwehr, Verkehrsbehörden, Rettungs- und Hilfsdiensten sowie der Bundeswehr. „Es wurden Alarmpläne für den Fall einer Großschadenslage besprochen“, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. „Die Einsatzkräfte sind auf alle Szenarien gut vorbereitet und jederzeit erreichbar.“ Technische Geräte bis hin zu schweren Räumfahrzeugen oder Stromgeneratoren stünden bereit. „Auch die Alarmbereitschaft der Ehrenamtlichen ist sichergestellt“, betonte der Sprecher. Rund 600 Winterdienst-Fahrzeuge des Landes seien unentwegt im Einsatz. „Es ist auch genug Salz da, wir bekommen permanent Nachschub, aber der wird natürlich auch sofort wieder verbraucht.“ Dem Landkreis Stade geht hingegen bereits das Streusalz aus. Die Polizei teilte am Freitag mit, dass nur noch auf der Autobahn 26, den Bundesstraßen und einigen Landesstraßen gestreut werde. Besser sieht es in Hildesheim aus. Die Autobahnpolizei hat genügend Streusalz und ist mit zusätzlichen Kräften für den Ernstfall auf der Autobahn 7 zwischen Hannover und dem Harz gewappnet.

In Hannover gibt es Streit zwischen dem Land und der Stadt. Niedersachsens Verkehrsminister Jörg Bode (FDP) kritisierte die Stadt Hannover für das erst in dieser Woche aufgehobene Streusalz-Verbot. „Ein solches Verbot halte ich für völligen Unsinn“, sagte Bode der Deutschen Presse-Agentur dpa. „Die Sicherheit der Menschen muss man höher einschätzen.“ Wenn die Stadt das Streusalz-Verbot früher aufgehoben hätte, wären auch die Chancen besser gewesen, Salz in ausreichenden Mengen zu haben. In anderen Regionen seien die Verkehrswege besser von Schnee und Eis befreit als in der Landeshauptstadt.

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Der parlamentarische Geschäftsführer der CDU-Landtagsfraktion, Björn Thümler, warf der Stadt Hannover zudem vor, der Pflicht zum Räumen des Schnees nicht nachzukommen. „Die Landeshauptstadt Hannover unterlässt in sträflicher Art und Weise ihre Räumungspflicht in der Innenstadt“, sagte Thümler. Die Zustände seien unzumutbar. Geh- und Fahrradwege seien nicht geräumt, in der Fußgängerzone befände sich eine Eisfläche. „Wegen ihrer verbohrten Umweltpolitik gefährdet die Stadt die örtliche Bevölkerung.“ Die Samtgemeinde Bad Nenndorf schloss vor dem erwarteten Neuschnee aus Sicherheitsgründen eine Sporthalle im Stadtteil Haste. Auch in der Region Wolfenbüttel wurden Sporthallen vorsichtshalber geschlossen. Schlittschuhverbot auf Seen Unterdessen warnen die Stadtverwaltungen Hannover und Wolfenbüttel sowie die Region Hannover, die zugefrorenen Gewässer nicht zu betreten. Derzeit liege das tragfähige Eis auf dem Maschsee in Hannover deutlich unter zehn Zentimetern, sagte ein Sprecher. „Wer den See dennoch betritt, begibt sich in Lebensgefahr.“ Das Eis auf dem Steinhuder Meer nordwestlich von Hannover sei noch sehr brüchig, hieß es aus der Region Hannover. Auch auf dem Wolfenbütteler Stadtgraben bestehe an einigen Stellen akute Lebensgefahr. Freude über die Temperaturen empfinden dagegen die Kühe. Sie fühlten sich bei dem Wetter wohl, sagte der Sprecher des Landvolks Niedersachsen. Die Viehalter sind dagegen im Dauereinsatz, um eingefrorene Tränken, Wasser- und Melkleitungen mit Heizluftgeräten und Föhnen aufzutauen. Angesichts der vorhergesagten Schneestürme rief Verkehrsminister Bode die Autofahrer dazu auf, den Wagen am Wochenende lieber stehen lassen und auf nicht unbedingt notwendige Fahrten zu verzichten.

Zitat des Tages

„Die Bürger könnten vielleicht zu Hause bei der Familie ein schönes romantisches Wochenende erleben und was gegen den demografischen Wandel tun.“ (Niedersachsens Verkehrsminister Jörg Bode (FDP)

lni/mb/kla

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