Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Panorama Neugeborenes in Krankenhaustoilette gefunden
Mehr Welt Panorama Neugeborenes in Krankenhaustoilette gefunden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:21 24.07.2009
Das neugeborene Mädchen sei in diesem Picknickkorb in der Foyertoilette des Krankenhauses gefunden worden. Quelle: lni
Anzeige

Es sei in einen Kopfkissenbezug und in ein Handtuch eingewickelt gewesen und mit einer Jacke zugedeckt worden. Alles deute darauf hin, dass der Säugling direkt nach der Entbindung gezielt ins Krankenhaus gebracht worden sei, um die Versorgung sicherzustellen. Dass das Kind in der Toilette zur Welt kam, könne ausgeschlossen werden. Die Polizei fahnde nun fieberhaft nach der Mutter, sagte der Sprecher: „Es geht um die menschliche und mütterliche Nähe in der ersten Zeit.“

Die Ermittler hätten noch die Hoffnung, dass sich die Mutter besinnt und meldet. Zunächst sei das Kind in der Obhut der Neugeborenenstation des Krankenhauses. Einem Gynäkologen der Klinik zufolge ist der Säugling nach einer normalen Schwangerschaft ohne Komplikationen auf die Welt gekommen und vollkommen gesund. Der Mediziner vermutet, dass die Eltern des Mädchens südländischer Herkunft sind.

Anzeige

Die einzigen Hinweise auf die Herkunft des Kindes sind bisher neben dem auffälligen Picknickkorb mit Klappdeckel ein buntes Gartenstuhlkissen, mit dem der Korb ausgepolstert worden ist, und die als Decke verwendete Kapuzenjacke. Deren Kindergröße 122/128 deute darauf hin, dass der ausgesetzte Säugling noch eine Schwester oder einen Bruder im Alter von sieben bis acht Jahren habe, sagte der Polizeisprecher. Derzeit würden noch das Personal der Klinik sowie Patienten und Besucher befragt.

„Wir haben hier in Soltau keine Babyklappe“, sagte der Polizeisprecher. Den Säugling in der Klinik auszusetzen, sei daher die beste Lösung gewesen. Eine Straftat habe die Mutter nach den derzeitigen Ermittlungen nicht begangen, sagte der Polizeisprecher. Das Kind sei dort abgesetzt worden, wo es schnell gefunden und optimal betreut werden könne.

Zuletzt hatte im Sommer 2007 eine 21 Jahre alte Rumänin, die ganz offiziell im Soltauer Klinikum entbunden hatte, dort ihr Neugeborenes im Stich gelassen. Der Polizei konnte die Frau, bei der auf der Rückreise von einem Skandinavienurlaub die Wehen eingesetzt hatten, kurz darauf bei einer Verkehrskontrolle zur Rede stellen. Die 21-Jährige zeigte aber keinerlei Interesse. Sie fuhr mit ihrem drei Jahre älteren Freund weiter ins Heimatland. Den Säugling -ebenfalls ein kleines Mädchen - vermittelte das Jugendamt in eine Pflegefamilie.

lni