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Panorama Neue Benimmregeln ab April am Ballermann: Strafen von mindestens 2200 Euro
Mehr Welt Panorama Neue Benimmregeln ab April am Ballermann: Strafen von mindestens 2200 Euro
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10:51 23.03.2019
Seit vergangenem Jahr ist Eimersaufen offiziell verboten: Touristen trinken dennoch mitten auf der Promenade ihre Sangria mit langen Trinkhalmen aus großen Behältern. Quelle: Foto: dpa
Palma

In ein paar Wochen geht es los. Vorbei mit der Ruhe. Noch wirkt die Playa de Palma wie eine Geisterstadt. Nur vereinzelt spazieren Urlauber durch die Straßen am Ballermann. Lärm machen nur die Bagger: Viele Hotels auf Mallorca werden kurz vor Saisonstart noch renoviert, andere ganz neu gebaut. Ende April sind Schlagersound, Sonne, Strand angesagt – und der für viele Inselfans obligatorische exzessive Alkoholkonsum. Wenn es nach der Stadtverwaltung geht, dann soll es in der Gegend rund um die berühmt-berüchtigte Schinkenstraße ab sofort gesitteter zugehen.

Zeit heißt die vor wenigen Wochen verabschiedete Ergänzung der Ballermann-Benimmregeln. Das Kürzel steht für „Zona d’Especial Interès Turístic“ – ein Gebiet von besonderem touristischen Interesse. Die gesamte Playa de Palma wurde zu einer solchen Zone erklärt. In der Praxis bedeutet das unter anderem: ein Verbot von Alkohol in Schaufenstern – und von Sonderangeboten wie der Happy Hour mit starken Drinks zu Dumpingpreisen. In der Schinkenstraße und ihren Querstraßen sind die Regeln besonders streng: Biergärten müssen hier eingezäunt werden, Getränke dürfen nicht mehr auf den Bürgersteig oder die Straße mitgenommen werden. Die Maßnahmen gelten ab 1. April bis Ende Oktober – und wer sie nicht beachtet, dem drohen hohe Strafen.

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Wirte finden die neuen Regeln in Ordnung

Aber was sagen die Wirte? Im populären Partylokal Bierkönig findet man die Regeln in Ordnung – auch wenn eine Mitarbeiterin sagt, dass sie nur aus der Presse und nicht von der Stadt von dem Alkoholverbot erfahren habe. Gerlinde Weininger, die seit mehr als 30 Jahren Lokale an der Playa betreibt, lobt den Vorstoß: „Die Benimmregeln sind leider für einige wenige notwendig, die sich nicht zu benehmen wissen. Nur so kann der Partytourismus, der ja an sich nichts Schlechtes ist, aufrechterhalten werden“, sagt die Chefin der Restaurantkette Münchner Kindl.

Für Ron Büttner, den Betreiber der Fußballkneipe 47-11, gehen die Regelungen aber an den eigentlichen Problemen vorbei. „Das Niveau an der Playa de Palma hat sich in den vergangenen fünf Jahren insgesamt deutlich verbessert“, sagt der 50-Jährige. „Gläser auf der Straße sind weniger das Problem als etwa die Straßenhändler, die die Leute belästigen und jedes Jahr mehr werden.“ Zudem müsse vor allem nachts die Sicherheit auf den Straßen verbessert werden: „Immer wieder tauchen bei mir Gäste auf, die überfallen wurden“, beklagt Büttner.

2200 Euro beträgt die Mindeststrafe

Die Anwohner jedenfalls freuen sich über die Maßnahmen gegen die ausschweifenden Saufgelage. Biel Barceló, Chef der Nachbarschaftsvereinigung Playa de Palma, die seit Jahren ein Eingreifen fordert, spricht von einem Erfolgserlebnis. „Die große Mehrheit der Touristen hier ist ja auch nicht zum Saufen da, sondern die meisten Touristen wollen einfach Spaß haben“, sagt er. „Und das können sie sicherlich viel besser ohne die Leute, die den Exzess suchen.“

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Drastisch erhöhte Geldbußen sollen zur Einhaltung der Regeln anspornen. 2200 Euro beträgt die Mindeststrafe für Vergehen gegen die neuen Regelungen. Allerdings mit Augenmaß, wie ein Sprecher der Stadt Palma erklärt: „Niemand kriegt Ärger, nur weil er ein Bier auf offener Straße trinkt.“ Es gehe darum, unsittliches Verhalten zu unterbinden. „Wenn Menschen auf der Straße urinieren, sich übergeben oder andere Urlauber belästigen, schreiten wir ein – und dann wird es Strafen geben.“

Die Urlauber, die derzeit am Ballermann die Märzruhe genießen, sehen ohnehin bereits einen qualitativen Aufschwung an der Playa. „Der Ballermann hat einen abschreckenden Ruf, den er nicht verdient“, sagen Fernand und Annique aus Luxemburg.

Von Patrick Schirmer Sastre und Hannah Scheiwe/RND

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