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Panorama Nach Tötung von Mann in S-Bahnhof dritter Tatverdächtiger gefasst
Mehr Welt Panorama Nach Tötung von Mann in S-Bahnhof dritter Tatverdächtiger gefasst
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22:31 13.09.2009
Nach dem tödlichen Angriff auf einen Mann in einem Münchner S-Bahnhof ist ein dritter Verdächtiger festgenommen worden. Quelle: Oliver Lang/ddp
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Das sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) dem „Münchner Merkur“. Er sei aber an der vorangegangenen Auseinandersetzung im Zug beteiligt gewesen. In München haben am Samstag zwei junge Männer im Alter von 17 und 18 Jahren einen 50-jährigen S-Bahnfahrgast zu Tode geprügelt und getreten. Dieser hatte sich zuvor schützend vor eine Gruppe Heranwachsender gestellt. Die Münchner Staatsanwaltschaft wertete den Angriff als Mord aus niedrigen Beweggründen. Der nun festgenommene dritte Verdächtige war offenbar ein Kumpel der beiden Täter.

Herrmann forderte angesichts der Tat mehr Härte der Justiz. Der ältere der beiden Haupttatverdächtigen habe bereits eine längere kriminelle Karriere hinter sich, aber stets „nur sehr moderate Reaktionen“ dafür erfahren, sagte er dem „Münchner Merkur“. „Diebstahl, Nötigung, gefährliche Körperverletzung, Betäubungsmitteldelikte, Verstöße gegen das Waffengesetz und räuberische Erpressung“ seien in den vergangenen drei Jahren allenfalls mit vier Wochen Jugendarrest geahndet worden. „Diese Beispiele müssten uns deutlich machen, dass man härtere Konsequenzen ziehen muss.“ Mit zu milden Strafen könne der Staat bestimmte Jugendliche nicht erreichen.

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Herrmann fordert wie Bayerns Justizministerin Beate Merk (CSU), das Erwachsenenstrafrecht im Regelfall auch auf 18- bis 21-Jährige anzuwenden sowie die Höchststrafe für schwerste Straftaten wie Mord und Mordversuch im Jugendstrafrecht von zehn auf 15 Jahre zu erhöhen. Den Einsatz des Opfers lobte Herrmann als „vorbildlich“. Der Mann habe bei der vorangegangenen Auseinandersetzung in der S-Bahn versucht zu schlichten und habe die Polizei informiert. „Es ist tragisch - hier ging es um wenige Minuten“, sagte Herrmann.

Jugendlich oder heranwachsend?

Die Münchner S-Bahn-Schläger müssen mit langjährigen Haftstrafen rechnen. Die Staatsanwaltschaft wirft den 17 und 18 Jahre alten Männern Mord aus niedrigen Beweggründen vor. Dem 17-Jährigen drohen zehn Jahre Haft – die Höchststrafe für Jugendliche. Jugendliche von 14 bis einschließlich 17 Jahren werden nach dem milderen Jugendstrafrecht verurteilt. Gegen den 18-Jährigen könnte sogar eine lebenslange Freiheitsstrafe verhängt werden. Junge Leute von 18 bis einschließlich 20 Jahren geltend strafrechtlich als „Heranwachsende“. Ob bei Heranwachsenden das Jugendstrafrecht oder das Erwachsenenstrafrecht angewandt wird, hängt vom Reifegrad ab. Erwachsenen droht bei Mord eine lebenslange Freiheitsstrafe. Personen ab 21 Jahren werden ausschließlich nach dem Erwachsenenstrafrecht verurteilt.

AFP/ddp