Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Panorama Nach Erdrutsch Sicherheit an Unglücksstelle verstärkt
Mehr Welt Panorama Nach Erdrutsch Sicherheit an Unglücksstelle verstärkt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:48 23.07.2009
Ein Leuchtwagen der Polizei sichert am vergangenen Dienstag eine Zufahrt zur Unglücksstelle in Nachterstedt. Quelle: Sebastian Willnow/ddp
Anzeige

Die vom Einsturz bedrohten Häuser der Siedlung „Auf der Halde“ in Sachsen-Anhalt würden mit sogenannten seismologischen Messpunkten versehen, sagte eine Sprecherin des Landratsamtes am Donnerstag.

Nach dem Unglück waren mechanische Pegel an den einsturzgefährdeten Häusern angebracht worden, von denen Experten mögliche Bewegungen des Erdreiches und an den Wänden ablesen können. Die neue Technik, die Daten per Funk übermittle, mache es überflüssig, dass sich wie bisher Fachleute des Bergamtes an die einsturzgefährdeten Häuser an der Abbruchkante begeben müssten, um etwaige Verschiebungen an dort angebrachten Markierungen abzulesen, sagte die Sprecherin des Landratsamtes.

Anzeige

Außerdem solle in den kommenden Tagen am angrenzenden Sportplatz eine Wärmebildkamera errichtet werden. Auch von dieser Technik erhoffen sich die Fachleute Aufschluss über mögliche Setzungen des Erdreichs. Die Böschung weist nach dem Abbruch eine Neigung von 72 Grad auf.

Eine Sprecherin der Magdeburger Staatsanwaltschaft stellte am Donnerstag Medienberichte klar, die sich auf Warnhinweise vor dem Erdrutsch bezogen. Zwar habe ein Bewohner der betroffenen Siedlung vor Jahren Risse in seinem Schuppen festgestellt, sagte die Sprecherin. In der Zeugenvernehmung nach dem Unglück habe der Mann der Polizei aber gesagt, er habe die Risse selbst verfüllt und es trotz erneuter Senkungen dabei belassen. Die Behörden seien darüber nicht informiert worden. Ein Bericht in der „Frankfurter Rundschau“ hatte den Eindruck erweckt, die Behörden hätten die Beobachtungen des Mannes ignoriert.

Ministerpräsident Wolfgang Böhmer (CDU) hatte nach Gesprächen mit den Betroffenen bereits erklärt, entgegen anderslautenden Berichten hätten die Bewohner der evakuierten Häuser vor dem Unglück keine Anzeichen für Risse oder Senkungen bemerkt.

Mit einem Gottesdienst will die evangelische Kirchengemeinde von Nachterstedt am Freitagabend den Betroffenen Beistand leisten. „Wir wollen den Menschen, die durch die Katastrophe völlig aus ihrem Alltag gerissen sind, eine Stunde schenken, in der sie durchatmen können, sagte Pfarrer Holger Holtz. Auch hätten viele Menschen Grund zu klagen und zu trauern. „Wir werden auch für die vermissten Menschen beten.“

Bei dem Erdrutsch am Samstag waren ein Doppelhaus und die Hälfte eines anderen in die Tiefe gerissen worden. Drei verschüttete Bewohner werden nach wie vor vermisst.

ddp