Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Panorama Nach Bedrohung eines Rocker-Gegners noch keine Spur
Mehr Welt Panorama Nach Bedrohung eines Rocker-Gegners noch keine Spur
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:26 04.11.2011
Der bedrohte Anwalt hatte sich wiederholt gegen den Einfluss der Hells Angels in der Region stark gemacht. Quelle: Hillmann/Burkert
Anzeige
Walsrode

Nach einem Brandanschlag auf das Grundstück eines Hells Angels-Gegners in Walsrode gibt es noch keine heiße Spur. Es werde wegen Sachbeschädigung und Bedrohung in alle Richtungen ermittelt, sagte ein Polizeisprecher am Freitag. Vor dem Haus des Anwalts Thomas Lasthaus war am Donnerstag eine Mülltonne in Brand gesetzt worden, auch der Zaun fing Feuer. Außerdem wurden die Drohung „Eine Kugel reicht“ und ein Fadenkreuz an die Wand gemalt. Der Anwalt hatte sich wiederholt gegen den Einfluss der Hells Angels in der Region stark gemacht. Die Polizei ermittle auch in Richtung der Rockergruppe, wolle aber andere mögliche Täter nicht ausschließen, erklärte der Sprecher. Als Strafverteidiger könnte der Anwalt auch anderen auf die Füße getreten sein.

Das niedersächsische Innenministerium will zunächst die Ergebnisse der Polizei abwarten und dann möglicherweise erneut über ein Verbot der Hells Angels nachdenken. „Wenn wir die Möglichkeit haben gewisse Vereine zu verbieten, werden wir das auch tun“, hieß es am Freitag in Hannover. Wichtig sei jedoch: „Das muss gerichtsfest sein.“

Anzeige

„Ich habe keine gesicherten Erkenntnisse über die Täter“, sagte Thomas Lasthaus am Freitag. „Aber vor exakt einem Jahr hatten wir eine Veranstaltung der Grünen zum Thema Rockereinfluss in Walsrode, auf der ich mich unmissverständlich gegen den Einfluss der Hells Angels ausgesprochen habe - diesen zeitlichen Zusammenhang möchte ich untersucht wissen.“ Damals war auch das Auto eines Grünen-Ratsherrn beschädigt worden, der die Veranstaltung organisiert hatte.

Ein in der Region wichtiger Arbeitgeber hat wiederholt größere Beträge für kulturelle Veranstaltungen und soziale Organisationen gespendet. „Ich halte es nicht für akzeptabel, Gelder aus Bereichen der Organisierten Kriminalität - so werden die Hells Angels vom Landeskriminalamt eingeschätzt - für wohltätige oder kulturelle Zwecke zu verwenden“, sagte Lasthaus.

dpa

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

04.11.2011
Heinrich Thies 04.11.2011