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Panorama Nach Beben in Japan wächst nun Angst vor atomarer Katastrophe
Mehr Welt Panorama Nach Beben in Japan wächst nun Angst vor atomarer Katastrophe
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13:24 25.03.2011
Am Tag nach dem Beben der Stärke 8,9 und dem verheerenden Tsunami, der bis weit ins Land hinein Schiffe, Häuser, Autos und Menschen mitgerissen hatte, wurde das Ausmaß der Schäden sichtbar. Quelle: dpa
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22.30 Uhr: Techniker in Fukushima fluten Problemreaktor mit Meerwasser

Nach einer Explosion im Atomkraftwerk Fukushima haben Techniker damit begonnen, den Reaktorkern mit Meerwasser zu fluten. Damit soll nach einer Meldung der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo eine drohende Kernschmelze verhindert werden.

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21.00 Uhr: Deutsche Satellitenbilder zeigen Tsunami-Folgen

Satellitendaten aus Deutschland helfen bei der Bewältigung der Naturkatastrophe in Japan - und zeigen, dass der Tsunami stellenweise bis zu fünf Kilometer ins Land vorgedrungen ist. „Wir können die schweren Schäden an Straßen, Brücken, Gebäuden gut erkennen. Dies sind wichtige Informationen für die Helfer vor Ort“, erklärte Stefan Voigt, Wissenschaftler am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen bei München, am Samstag. Dort hatten Experten 36 Stunden lang Daten und Satellitenbilder ausgewertet. Vor Ort arbeite das DLR eng mit den Helfern des Technischen Hilfswerks (THW) zusammen.

19.15 Uhr: Merkel kündigt Überprüfung der deutschen Atomkraftwerke an

Kanzlerin Angela Merkel hat angesichts des Atomunfalls in Japan die Überprüfung der Sicherheitsstandards bei allen deutschen Atomkraftwerke angekündigt. Dies werde gemeinsam mit den zuständigen Länderministern geschehen.

19.00 Uhr: Vermutlich mehr als 1800 Tote in Japan

Eineinhalb Tage nach der größten Naturkatastrophe in der Geschichte Japans wird damit gerechnet, dass mehr als 1800 Menschen ihr Leben verloren haben. Diese Zahl ergibt sich nach Meldungen der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo vom Sonntagmorgen (Ortszeit) aus der bisher von der Polizei bestätigten Zahl von 687 Toten und der Zahl der Vermissten. Allerdings wird erwartet, dass die Zahl der Todesopfer steigen wird - allein in der Ortschaft Minamisanriku in der schwer betroffenen Provinz Miyagi gab es von 9500 Menschen und damit von jedem zweiten Bewohner kein Lebenszeichen.

17.35 Uhr: Strahlendosis bei Fukushima über Grenzwert

Die Strahlendosis am japanischen Atomkraftwerk Fukushima Eins hat den zulässigen Grenzwert überschritten. Dies teilten die japanischen Behörden der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) mit. Sie stuften die Folgen des Erdbebens im ersten Reaktorgebäude von Fukushima-Eins auf die Stufe 4 der siebenstufigen INES-Skala für die Beschreibung der Tragweite von Atomzwischenfällen ein. Nach der Definition ist das ein „Atomunfall mit lokalen Konsequenzen“. Das heißt nach der IAEA-Beschreibung beispielsweise, dass geringfügig Radioaktivität an die Umwelt abgegeben wurde, was zur lokalen Kontrolle von Lebensmitteln führen könnte. Auch eine Kernschmelze oder mindestens ein Strahlentoter könnten zu der Einstufung eines Unfalls in INES-4 führen. Ebenfalls möglich ist die Freisetzung von beträchtlichen Mengen radioaktiven Materials innerhalb einer Anlage, was mit großer Wahrscheinlichkeit weiter in die Umwelt dringen könnte.

16.45 Uhr: Papst betet für Erdbebenopfer in Japan

Papst Benedikt XVI. hat den Opfern der Erdbebenkatastrophe sein Beileid ausgesprochen und ihnen Beistand im Gebet zugesichert. Der Papst sei zutiefst betrübt über die plötzlichen und tragischen Auswirkungen des furchtbaren Bebens und des anschließenden Tsunamis. Er bete für die Toten und Trauernden, hieß es am Samstag in einem Beileidstelegramm Benedikts an den Präsidenten der japanischen Bischofskonferenz, Erzbischof Leo Jun Ikenaga. Gott möge den Freunden und Familien der Opfer Kraft und Trost spenden. Auch all denjenigen, die den Betroffenen der Katastrophe Schutz, Hilfe und Unterstützung gewährten, versicherte Benedikt seine Unterstützung.

15.30 Uhr: Drei Personen aus Umgebung von Fukushima verstrahlt

Nach dem Atomunfall in Japan sind drei Anwohner des Kraftwerks Fukushima einer Meldung der Nachrichtenagentur Kyodo zufolge verstrahlt worden. Es handle sich um Menschen aus der evakuierten Zone im Umkreis der Anlage, meldete die Agentur am Samstag. Im Atomkraftwerk Fukushima Eins kam es am Samstag zu einer Explosion, außerdem droht nach Einschätzung von Experten in einem Reaktor des Kraftwerks eine Kernschmelze.

14.15 Uhr: 21.000 Menschen weiter in Notunterkünften in Japan

Einen Tag nach dem verheerenden Erdbeben und Tsunami haben am Samstag noch immer 21.000 Menschen in Japan in Notunterkünften zugebracht. In der schwer betroffenen Provinz Miyagi fehlte laut Medien von 10.000 Menschen jedes Lebenszeichen. In fünf Provinzen betrieben Einsatzkräfte 1340 Notlager für die Opfer. Die Regierung befürchtet mehr als 1000 Todesopfer.

Nachbeben hielten die Menschen des Landes auch in weit vom Epizentrum entfernten Gegenden in Atem. Derweil begannen die Einsatzkräfte mit ersten Aufräumarbeiten. Wann die verwüsteten Gebiete wieder zur Normalität zurückkehren, ist noch nicht abzuschätzen. Regierungschef Naoto Kan, der die Katastrophenregion am Samstag per Helikopter besuchte, rief seine Bürger auf, das beispiellose Desaster gemeinsam zu überwinden.

13.10 Uhr: Japans Premier spricht nicht von Kernschmelze

Japans Premierminister Naoto Kan hat sich besorgt über die Lage nach dem Atomunfall gezeigt, aber nicht von einer Kernschmelze im beschädigten Atomkraftwerk Fukushima gesprochen. Die Explosion vom Nachmittag werde zu keinem größeren radioaktiven Leck führen, sagte anschließend sein Regierungssprecher Yukio Edano.

11.15 Uhr: Japans Regierung weitet Evakuierungsradius aus

Die japanische Regierung hat den Evakuierungsradius um die beschädigten Kernkraftwerke Fukushima Eins und Zwei von 10 auf 20 Kilometer ausgeweitet. Die Provinzregierung habe eine entsprechende Weisung des Premierministerbüros erhalten, meldet die Agentur Jiji. Die radioaktive Strahlung sei nach einem Anstieg wieder am Fallen, so die Agentur Kyodo.

10.30 Uhr: Japans Regierungssprecher ruft Bevölkerung zur Ruhe auf

Ein japanischer Regierungssprecher hat die Lage nach der Explosion im Atomkraftwerk Fukushima als eine „vermutlich sehr ernste Situation“ bezeichnet. Er rief die Bevölkerung auf, ruhig zu bleiben, meldete der Fernsehsender NHK.

9.00 Uhr: Explosion in japanischem Atomkraftwerk

In dem beschädigten Atomkraftwerk in Fukushima hat es offenbar eine Explosion gegeben. Es habe das Geräusch einer Explosion gegeben, danach sei weißer Rauch aufgestiegen, berichtete der japanische Fernsehsender NHK. Die Ursache sei noch unbekannt. Laut dem Betreiber Tepco scheine es mehrere Verletzte zu geben, meldete die japanische Nachrichtenagentur Jiji Press.

8.20 Uhr: Radioaktives Cäsium ausgetreten - Gefahr von Kernschmelze

In der Nähe des beschädigten japanischen Atomkraftwerks Fukushima ist radioaktives Cäsium festgestellt worden. Das berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo am Samstag unter Berufung auf die Atomsicherheitskommission. Es sei möglich, dass in dem Reaktor eine Kernschmelze ablaufe.

Es sei jedoch derzeit nicht notwendig, den Evakuierungsradius um das AKW von zehn Kilometern zu vergrößern, meldete der Fernsehsender NHK unter Berufung auf die Atomsicherheitsbehörde. Wichtig sei, dass der Reaktor weiter abkühle, zitierte NHK einen Atomexperten. Gelinge dies nicht, könne weiterer Brennstoff schmelzen.

Der Betreiber des AKW habe daran gearbeitet, den Druck aus dem Reaktorgehäuse abzulassen, um eine Kernschmelze zu verhindern, so Kyodo. Trotz dieser Maßnahme seien ungewöhnlich hohe Radioaktivitätswerte in und um das AKW festgestellt worden.

6.20 Uhr: In Japan drohen Stromausfälle - Radioaktivität freigesetzt

Nach dem verheerenden Erdbeben und dem Tsunami drohen in weiten Gebieten Japans Stromausfälle. Die Betreibergesellschaft Tokyo Electric Power Co. (Tepco) rief am Samstag Unternehmen und Bewohner auf, Strom zu sparen. Es drohten in Folge beschädigter Stromanlagen Ausfälle nicht nur in den Katastrophengebieten.

Es könnten gegenwärtig lediglich 37 Millionen Kilowatt bereitgestellt werden, hieß es. Der Bedarf könne aber in den Abendstunden auf 38 Millionen Kilowatt steigen. Tepco habe andere Betreiber um Unterstützung gebeten,berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo.

Tepco betreibt auch das beschädigte Atomkraftwerk Fukushima 1. Dort mussten Ventile geöffnet werden, um Druck innerhalb des Reaktorgehäuses abzulassen. Dadurch sei eine geringe Menge Radioaktivität freigesetzt worden, hieß es.

4.40 Uhr: Knapp 400 Tote nach dem schweren Erdbeben

Die Zahl der Toten nach dem Erdbeben und der Tsunami-Flutwelle im Nordosten Japans hat sich auf mindestens 398 erhöht. Dies berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf Angaben der Polizei von Samstag. Mehr als 800 Menschen wurden noch vermisst.

dpa

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