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Panorama Nach Badeausflug: Mann (66) von fleischfressenden Bakterien getötet
Mehr Welt Panorama Nach Badeausflug: Mann (66) von fleischfressenden Bakterien getötet
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17:23 16.07.2019
Ein Mann aus den USA infizierte sich beim Schwimmen im Meer mit fleischfressenden Bakterien. Seine Tochter teilt dieses Foto bei Facebook. Quelle: Facebook/Cheryl Bennet Wiygul
Niceville

Es war eigentlich ein harmloser Familienausflug an den Strand: Ihre Eltern besuchten Cheryl Bennett Wiygul in Niceville im US-Staat Florida. Sie machten eine Bootsfahrt, fuhren Jetski, badeten im Meer. 48 Stunden später starb Wiyguls Vater (66) im Krankenhaus. Der Grund: fleischfressende Bakterien. Die junge Frau aus Niceville warnt jetzt auf Facebook vor den tödlichen Gefahren.

„Es gibt nicht genug Aufklärung über die Bakterien im Wasser“, schreibt Cheryl Bennett Wiygul. An jedem Strand oder Gewässer müsste deswegen ein Schild stehen, „dass Menschen mit offenen Wunden oder einem schwachen Immunsystem wegen natürlich auftretender Bakterien im Wasser das Wasser nicht betreten sollten“.

Flesh Eating Bacteria sounds like an urban legend. Let me assure you that it is not. It took my Dad’s life. This is so...

Gepostet von Cheryl Bennett Wiygul am Mittwoch, 10. Juli 2019

Der Vater infizierte sich beim Schwimmen

In dem langen Facebook-Post erzählt Wiygul, dass ihr Vater Krebs hatte und sein Immunsystem deswegen geschwächt war. Eine Woche vor dem Besuch ihrer Eltern hatte die junge Frau von einem zwölfjähriges Mädchen gehört, dass sich in Destin, einer Stadt nahe Niceville, mit fleischfressenden Bakterien infiziert hatte.

Weil ihre ganze Familie gerne schwimme geht, informierte sie sich im Internet. Der Okaloosa County hatte einen Artikel veröffentlicht, in dem der Landkreis die Ängste um das Thema zerstreute. Das kleine Mädchen in Destin hatte sich laut der Behörden am Bein geschnitten – solange man nicht mit offenen Wunden in Wasser ging, sei alles in Ordnung. Laut Cheryl Bennet Wiygul war die Familie trotzdem sehr vorsichtig. „Mein Vater hatte ein paar Stellen mit nahezu verheilten Schnitten am Arm. Wir haben sichergestellt, dass sie vollständig bedeckt waren.“

Die Ärzte taten die Befürchtungen ab

Die Familie genoss ihren Strandausflug und auch dem Vater schien es gut zu gehen – bis zum nächsten Morgen. Cheryl Bennet Wiygul beschreibt, wie der 66-Jährige zwölf Stunden später mit Fieber, Schüttelfrost und Krämpfen aufwachte. Wegen seiner Krebserkrankung entschieden Cherlys Eltern, zurück in ihren Heimatort Memphis zu fahren, um in der Nähe ihrer Ärzte zu sein. Doch schon auf dem Weg nach Hause verschlimmerte sich der Zustand, Wiyguls Vater litt unter starken Schmerzen. Als Mutter und Vater schließlich im Krankehaus in Memphis ankamen, hatte sich auf seinem Rücken eine geschwollene schwarze Stelle gebildet.

Wie Wiygul berichtet, erzählte ihre Mutter allen Ärzten von ihrem Ausflug nach Florida und den Bakterien im Wasser, die die fleischfressende Infektion „Nekrotisierende Fasziitis“ hervorrufen können. Doch die Ärzte taten die Information ab: „Eine Person sagte meiner Mutter, dass die Medien vollkommen übertrieben hätten.“

Testergebnisse bestätigten fleischfressende Bakterien

Im Krankenhaus bekam Wiyguls Vater Antibiotika, doch die Medikamente halfen nicht. Er erlitt zwei Herzstillsände und erlag wenig später der Infektion. „Nicht einmal 48 Stunden nachdem er aus dem Wasser kam hatten die Bakterien ihn getötet“, schreibt die trauernde Wiygul bei Facebook. Als ihre Familie die Testergebnisse zurückbekam, bestätigten diese ihre Vermutung: Ihr Vater hatte sich mit den Bakterien „Vibrio Vulnificus“ infiziert, die eine Nekrotisierende Fasziitis verursachen.

„Vibrio vulnificus“ gehören laut Niedersächsischem Landesgesundheitsamt zu einer Gruppe von Bakterien, den Vibrionen, die in Brackwasser und Meerwasser vorkommen. Bei hohen Wassertemperaturen von über 20 Grad kann sich die Konzentration dieser Bakterien deutlich erhöhen und schwere Erkrankungen hervorrufen. Besonders gefährdet sind laut dem Gesundheitsamt Menschen mit chronischen Vorerkrankungen und offenen Wunden. Bei gesunde Menschen sei das Risiko, an der Infektion zu sterben, aber gering.

Etwa 100 sterben jährlich

Cheryl Bennet Wiygul will mit ihrem Post vor den Gefahren warnen. „Es hab kein einziges Warnschild an den Gewässern. Sonst hätte ich meinen Vater nie ins Wasser gelassen“, beklagt sie. Sie wolle andere Menschen nicht verängstigen, aber über die fleischfressenden Bakterien und die Symptome aufklären.

In den USA erkranken laut US-Zentrum für Seuchenkontrolle und Prävention jährlich bis zu 80.000 Menschen am Vibrio-Infekt, 100 davon sterben. Erst vor wenigen Wochen war eine Frau in Florida bei einem Strandspaziergang nach einem Kratzer ebenfalls an der nekrotisierenden Fasziitis gestorben.

Lesen Sie auch: Fleischfressende Bakterien: Junge geht schwimmen – kurz darauf hat er Wunden am ganzen Körper.

Von RND/lzi

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