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Panorama NSU-Terror: Mordanklage gegen Beate Zschäpe
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18:04 08.11.2012
Das Handout des Bundeskriminalamtes zeigt das mutmaßliche Mitglied der Terrorzelle Nationalsozialistischer Untergrund (NSU), Beate Zschäpe, aufgenommen im Jahr 2004. Quelle: dpa
München/Karlsruhe

Die Bundesanwaltschaft hat die mutmaßliche Neonazi-Terroristin Beate Zschäpe wegen Mordes als Mitglied der Zwickauer Terrorzelle angeklagt. Die 37-Jährige sei nicht nur Mitglied der Organisation «Nationalsozialistischer Untergrund» (NSU) gewesen, sondern selbst als Mittäterin verantwortlich, sagte Generalbundesanwalt Harald Range am Donnerstag in Karlsruhe. „Die NSU-Mitglieder verstanden sich als einheitliches Tötungskommando, das seine feigen Mordanschläge aus rassistischen und staatsfeindlichen Motiven arbeitsteilig verübte."

Neben Zschäpe sind auch vier mutmaßliche Unterstützer und Helfer der sogenannten Zwickauer Zelle vor dem Oberlandesgericht München angeklagt, darunter der ehemalige NPD-Funktionär Ralf Wohlleben. Zschäpe ist die einzige Überlebende des Terrortrios. Ihre mutmaßlichen Komplizen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt töteten sich selbst.

 Zschäpe sei ein gleichberechtigtes Mitglied der Gruppe gewesen, erläuterte Range. Sie habe der Gruppe «den Anschein von Normalität und Legalität» gegeben. „Sie war dafür verantwortlich, an ihren jeweiligen Wohnorten eine unauffällige Fassade zu pflegen." Nur so habe der NSU über Jahre hinweg unentdeckt bleiben können. Außerdem habe sie das Geld der Gruppe verwaltet. „Sie ist damit bei wertender Betrachtung genauso für die terroristischen Verbrechen des NSU verantwortlich wie Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos, die die Mordanschläge und Raubüberfälle letztlich unmittelbar ausführten", sagte Range.

Die Anklage wirft Zschäpe Mittäterschaft bei sämtlichen Taten des NSU vor: Neun Morden an Geschäftsleuten türkischer und griechischer Herkunft, den Mordanschlag auf zwei Polizisten in Heilbronn 2007 und zwei Bombenanschläge in Köln, bei denen mehr als 20 Menschen zum Teil lebensgefährlich verletzt wurden. Auch bei den insgesamt 15 Banküberfällen, die der Gruppe zugerechnet werden, sei sie Mittäterin gewesen. Darüber hinaus lautet die Anklage auf Mordversuch wegen der Brandstiftung in der letzten gemeinsamen Wohnung des Trios in Zwickau: Sie habe in Kauf genommen, dass dabei eine Nachbarin und zwei Handwerker hätten ums Leben kommen können.

Der 37-jährige Wohlleben und der 32 Jahre alte Carsten S. wurden wegen Beihilfe zum Mord angeklagt. Sie sollen die Pistole des Typs „Ceska 83" beschafft haben, die bei der Mordserie verwendet wurde. Außerdem wurden André E. (33) und Holger G. (38) als mutmaßliche Unterstützer der Gruppe angeklagt.

Mundlos, Böhnhardt und Zschäpe waren 1998 untergetaucht, nachdem die Polizei eine Bombenwerkstatt der Neonazis entdeckt hatte. Fast 14 Jahre lang konnte sich die Gruppe im Untergrund halten. Ihren Lebensunterhalt finanzierten die drei mit zahlreichen Banküberfällen. Zuletzt lebten sie in einer gemeinsamen Wohnung in Zwickau (Sachsen). Als Mundlos und Böhnhardt sich töteten, um nach einem Banküberfall der Festnahme zu entgehen, zündete Zschäpe die Wohnung an. Am 8. November 2011 stellte sie sich der Polizei.
Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) wertete die Anklage als Zeichen für die fortschreitende Aufklärung der Neonazi-Mordserie gewertet. „Die Anklage ist erhoben, und ich glaube, man kann daran sehen, die Aufklärung geht voran", sagte er am Donnerstag im Bundestag.

dpa

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