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Panorama Mumien sollen der Medizin dienen
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21:35 01.02.2017
Bisher kaum erforschte Mumie: Im Hildesheimer St. Bernward Krankenhaus wird sie im Computertomografen durchleuchtet. Quelle: Philipp von Ditfurth
Hildesheim

Als die 2400 Jahre alte Leiche wieder aus dem Computertomografen kommt, ist Oliver Gauert begeistert. „Es muss ein Begräbnis der obersten Klasse gewesen sein. So etwas habe ich noch nie gesehen“, freut sich der Ägyptologe. Die Mumie der jungen Ägypterin aus Luxor sei mit 50 Lagen hochwertigstem Leinen umwickelt, die Organe seien entfernt und der Körper mit einem Füllstoff ausgestopft worden. Auch dazu hat Gauert eine Theorie: „Möglicherweise handelt es sich um mit Harz durchsetzten Nilschlamm.“

Gesicht wird rekonstruiert

Für die Radiologen am St. Bernward Krankenhaus in Hildesheim ist die Untersuchung von Mumien fast Routine: Insgesamt 24 einbalsamierte Tote aus unterschiedlichen Kulturkreisen haben sie im Computertomografen bereits durchleuchtet. Am Mittwoch hatten drei bisher kaum erforschte ägyptische Mumien ihren CT-Termin, eine stammt aus dem schottischen Aberdeen, die anderen beiden gehören zur Sammlung der Universität Göttingen.

Ursprünglich diente die Kooperation zwischen der Klinik und dem Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim nur der Vorbereitung der Ausstellung „Mumien der Welt“ vom vergangenen Jahr. Inzwischen habe sich daraus ein interdisziplinäres Forschungsprojekt entwickelt, das auch Erkenntnisse für heutige medizinische Probleme liefern könne, sagt Ägyptologe Gauert. Beteiligt sind die Fachgebiete Ägyptologie, Alt-Amerikanistik, Anthropologie, Pathologie, Radiologie sowie Restaurierung.

Mithilfe der gewonnenen Daten soll jetzt das Gesicht der pompös bestatteten Ägypterin rekonstruiert werden. Mumie und Gesichtsnachbildung werden ab Ende März in der Ausstellung „Pharao“ im bayerischen Rosenheim zu sehen sein.

Dass Mumien als Informationsquellen genutzt werden, um Details über das Leben in vergangenen Zeiten herauszufinden, ist eine relativ junge Disziplin. Erst seit etwa 20 Jahren würden die einbalsamierten Leichname eingehender untersucht. Mumien sind dabei keine Seltenheit: Gauert schätzt die weltweite Zahl auf „zig Millionen“. In der Antike habe nicht nur die Oberschicht so versucht, den Körper vor dem Verfall zu retten, sondern „quasi jedermann“.

Früher Rohmaterial für Farben

Jahrhundertelang war allerdings der Respekt vor den sterblichen Hüllen gering. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurden Mumien zerstoßen und als Rohmaterial für Farben und Arzneien genutzt. Auf Partys machten sich die Herrschaften einen Spaß daraus, eine Mumie auszuwickeln und nach Schätzen abzusuchen. Fanden sich keine Amulette oder Broschen, wanderte die Leiche in den Kamin.

Zukünftig wollen die Hildesheimer Mumienforscher aber nicht nur die Lebensumstände der Einbalsamierten rekonstruieren, sondern mit der Genomkartierung und dem Nachweis von Infektionskrankheiten auch neue Schwerpunkte setzen.

Erkenntnisse über Krankheiten

In anderen Studien lieferten Untersuchungen an ungarischen Gruftmumien aus dem 18. und 19. Jahrhundert, von denen ein Großteil mit Tuberkulose infiziert war, Erkenntnisse über die Ausbreitung des Erregers. Die Mumienforschung könne Beiträge zur Lösung medizinischer Probleme liefern, betont Gauert. „Sie ist Forschung für die Lebenden.“ Langfristig will sich Hildesheim als Mumienzentrum mit regelmäßigen Kongressen etablieren. Schon jetzt gebe es Anfragen von internationalen Institutionen, die Mumien in ihren Sammlungen haben, sagte Gauert. „Alle haben Interesse, etwas über ihre Mumien herauszufinden.“

Der in Hildesheim lebende Mumienrestaurator Jens Klocke ist daran maßgeblich beteiligt. Er gilt als weltweit gefragter Experte und sorgt dafür, dass die uralten Patienten unbeschadet zu ihrem Krankenhaustermin kommen.

von Christina Sticht

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