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Panorama Mögliche Ursache für Erdrutsch von Nachterstedt entdeckt
Mehr Welt Panorama Mögliche Ursache für Erdrutsch von Nachterstedt entdeckt
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18:48 08.08.2009
Möglicherweise löste ein Stolleneinbruch das Unglück von Nachterstedt aus. Quelle: Ronny Hartmann/ddp/Archiv
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Wie das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ am Sonnabend vorab berichtete, hat das Observatorium Collm der Universität Leipzig sechs Minuten vor dem Eingang des ersten Notrufs in Nachterstedt eine Erschütterung registriert, die mit 1,0 auf der Richterskala beziffert wird.

Ein Erdbeben werde ausgeschlossen, aber Wissenschaftler halten es den Angaben zufolge für möglich, dass in diesem Moment ein alter Stollen einbrach und so den Erdrutsch auslöste. Im Raum Nachterstedt war im 19. Jahrhundert Braunkohle auch unter Tage gefördert worden, alte Stollen durchziehen den Boden.

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Bereits am 27. Juli hatte Frank Esters, stellvertretender Präsident des Landesamts für Geologie und Bergwesenk, in Halle vor Journalisten erläutert, dass elf seismologische Stationen um 4.41 Uhr eine Erdbewegung registriert hätten.

Unterdessen kommen laut „Spiegel“ auf den Bund wegen des Unglücks hohe Kosten zu: Mindestes zehn Millionen Euro seien als Entschädigung für die betroffenen Anwohner zu zahlen. Das hätten erste Berechnungen der für die Flutung des ehemaligen Tagebaus zuständigen bundeseigenen Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) ergeben.

Bei dem Erdrutsch am 18. Juli waren drei Menschen unter etwa zwei Millionen Kubikmetern Erde verschüttet worden. Die Suche nach ihnen wurde inzwischen eingestellt. Sechs Doppelhäuser und die nach dem Erdrutsch stehengebliebene zweite Hälfte eines Doppelhauses wurden für unbewohnbar erklärt.

ddp

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