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Panorama Mit Berlusconi im Bett von Putin
Mehr Welt Panorama Mit Berlusconi im Bett von Putin
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20:15 21.07.2009
Liebesgeflüster vor den Ohren der Welt: Italiens Premier Silvio Berlusconi und eine bezahlte Dame haben im Netz geturtelt. Quelle: Giuseppe Cacace/AFP
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Die Zeitschrift „L’espresso“ hat jetzt Tonbandaufzeichnungen ins Internet gestellt, die D’Addario vor Ort heimlich angefertigt hat. „Ich dusch’ mich jetzt noch“, sagt Italiens Ministerpräsident darauf, „und du wartest auf mich im großen Bett, ja?“ „In dem, das Putin dir geschenkt hat?“, fragt D’Addario. „Genau, das von Putin“, bestätigt Berlusconi. D’Addario: „Ach, wie hübsch. Mit Vorhängen!“

Danach bricht die Aufzeichnung ab. Vielleicht auch nur die Veröffentlichung, Genaues weiß nur die Staatsanwaltschaft, von der die Bänder offenbar stammen. Abgespielt hat sich der Dialog angeblich in der Nacht des 4. November 2008. Ausgerechnet in der Nacht, in der Barack Obama zum US-Präsidenten gewählt wurde, vergnügt sich Italiens Regierungschef mit leichten Mädchen – und bestellt, wie aus einer weiteren Aufzeichnung hervorgeht, gleich noch neue. Im erotischen Doppelpack.

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Nur ein paar Wochen hat in Italien der Burgfrieden gehalten. Staatspräsident Giorgio Napolitano hatte ihn gefordert, damit das Land beim G-8-Gipfel in L’Aquila eine gute Figur machte. Danach hatte Berlusconi noch zehn Tage Ruhe, denn selbst die Zeitung „La Repubblica“, der schärfste Gegner des Regierungschefs, musste einräumen, dass der Gipfel perfekt organisiert war. Die Zeitung rühmte den „verdienten Erfolg eines geschickten, großzügigen Gastgebers“.

In Feierlaune kündigte Berlusconi an, die Sommerferien in L’Aquila zu verbringen, „um den Wiederaufbau nach dem Erdbeben persönlich zu überwachen“. Und er ging sogar noch weiter: Seine sündhaft teure „Villa Certosa“ auf Sardinien wolle er verkaufen, sagte er. Nachdem ein Paparazzo die Partys dort mitsamt der kaum bekleideten, jungen Mädchen abgelichtet hatte, war für Berlusconi der „Zauber des Ortes verletzt“: „Es ist, als seien Räuber eingedrungen.“

Ausgerechnet die „Repubblica“ schreibt dann auch noch unter Berufung auf „Vertraute Berlusconis“: Der Regierungschef wolle „sein Leben ändern“ und im September eine Wallfahrt zum Wunderheiligen Padre Pio unternehmen. Außer der „Repubblica“ aber hat offenbar niemand diese revolutionären Zukunftspläne gehört.

So könnte es auch sein, dass die Partys bei Berlusconi von sich aus ihren Glanz verloren haben – sei es, dass junge Mädchen, die sich von der Einladung ein persönliches Fortkommen in Politik oder Fernsehen versprochen haben, nunmehr die Veröffentlichung ihrer Namen und ihrer Fotos befürchten; sei es, dass das Partyprogramm nicht recht überzeugt hat.

Wie Patrizia D’Addario und andere „Models“ berichten, mussten sie im römischen Palast des Regierungschefs längliche Videos anschauen, die Berlusconi im Kreis der Mächtigen dieser Welt zeigen. Sie mussten dazu laut klatschen und jubeln – und wurden immerhin großzügig mit Schmuck beschenkt. Schmetterlingsmotive liebte Berlusconi am meisten.

Es kann darüber hinaus auch sein, dass die Tonbänder deswegen jetzt an die Öffentlichkeit gekommen sind, weil Berlusconi den Staatsanwälten und den Journalisten mit einer Gesetzesänderung einen Maulkorb umhängen will. Künftig sollen Berichte aus laufenden Ermittlungsverfahren zum Großteil verboten sein. Das trifft nicht zuletzt den in Italiens Zeitungen so beliebten Nachdruck von Telefonabhörprotokollen. Für die Betroffenen ist so etwas zumeist ziemlich peinlich.

von Paul Kreiner

Die Tonbandaufzeichnungen im italienischen Original finden Sie hier.