Ministerpräsident Weil will Wolfsbestand auf vernünftiges Maß begrenzen
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11:47 11.06.2017
Wölfe breiten sich in Niedersachsen immer mehr aus.  Quelle: dpa
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Hannover

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) will den Bestand von Wölfen im Bundesland „auf ein vernünftiges Maß begrenzen“. Mit der Bundesregierung wolle er darüber sprechen, welche Möglichkeiten es dafür gebe, sagte Weil der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ am Sonnabend.

Häufiger Kontakte mit Menschen

Dabei gehe es um Schwerpunktregionen, in denen es immer häufiger Kontakte zwischen Menschen und Wölfen gebe. Niedersächsische Weidetierhalter hatten in der Nacht zu Sonnabend erneut mit „Mahnfeuern“ und Mahnwachen gegen die Ausbreitung von Wölfen demonstriert.

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Weil sagte der Zeitung, er nehme die Ängste und Sorgen der Menschen ausgesprochen ernst. „Mir geht es dabei auch um die Interessen der Nutztierhalter, die Schäden zu beklagen haben.“ Es werde weiter darum gehen, verhaltensauffällige Wölfe konsequenter aus dem Bestand zu nehmen. „Dass die Entschädigungen unbürokratisch und in angemessener Höhe erfolgen müssen und wir den Herdenschutz weiter fördern, versteht sich von selbst.“

An den Protesten in der Nacht beteiligten sich nach Angaben des Landvolkes Bauern in mehreren Orten. So brannten Feuer in Stinstedt und Spieka-Neufeld (Kreis Cuxhaven), Suhlendorf und Eimke (Kreis Uelzen), in Rethem (Heidekreis), Fintel (Kreis Rotenburg/Wümme) sowie in Wagenfeld (Kreis Diepholz).

Landwirte protestieren

„Die Weidetierhalter haben Angst um ihre Herden“, begründete das Landvolk die Protestaktion. Immer wieder müssten Landwirte morgens früh auf ihren Weiden grausame Bilder ertragen. Die Zahl der durch Wölfe gerissenen Nutztiere sei deutlich angestiegen, einen echten Schutz könnten die Tierhalter ihren Weidetieren auch mit höheren und stärkeren Zäunen nicht bieten.

Die Weidetierhaltung in Niedersachsen habe Tradition und sei gesellschaftlich gewollt, die „ungezügelte Ausbreitung“ des Wolfes stehe dem entgegen. Die Tierhalter sähen die Grenze der Belastbarkeit längst als überschritten an und forderten bessere Möglichkeiten zur Vergrämung und Regulierung des Wolfes.

Bereits Mitte Mai hatten Landwirte in Niedersachsen „Mahnfeuer“ gegen Wölfe entzündet. In dem Bundesland leben aktuellen Schätzungen zufolge etwa 100 Wölfe in freier Wildbahn. Nachgewiesen sind neun Rudel, mehrere Wolfspaare und Einzeltiere.

epd