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Panorama Mindestens elf Tote bei Bränden an Weihnachten
Mehr Welt Panorama Mindestens elf Tote bei Bränden an Weihnachten
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22:37 25.12.2009
Einsatzkräfte der Feuerwehr löschen ein Wohnhaus in Unna. Bei dem Brand kamen fünf Menschen ums Leben. Quelle: ddp
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Mindestens fünf Menschen aus einer Großfamilie starben bei einem verheerenden Feuer in Unna. Tote gab es auch beim Brand in einem Seniorenheim - und bei der Explosion eines Wohnwagens auf einem Campingplatz. In Hannover konnte sich eine Person bei einem Wohnungsbrand noch auf den Balkon retten, erlag aber noch vor dem Eintreffen der Feuerwehr ihren Brandverletzungen.

Der Brand in Unna brach aus unbekannter Ursache in der Nacht zum Freitag in einem Zweifamilienhaus im Stadtteil Königsborn aus. Dort lebten drei Generationen unter einem Dach. Gemeldet sind dort ein älteres Ehepaar und eine vierköpfige Familie. Ein 56-jähriger Mann und eine Frau überlebten schwer verletzt. Er konnte sich gegen 4.40 Uhr aus dem brennenden Haus retten und per Handy die Feuerwehr alarmieren. Der Mann war nach Stunden außer Lebensgefahr.

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Nach Angaben der Behörden ist nicht auszuschließen, dass in dem ausgebrannten Haus weitere Menschen, Gäste der Familie, starben. „Insgesamt könnten sich bis zu neun Personen in dem Haus aufgehalten haben“, sagte Landrat Michael Makiolla. Der nordrhein-westfälische Innenminister Ingo Wolf sprach den Angehörigen der Opfer sein Mitgefühl aus: „So eine Tragödie an Weihnachten, das hinterlässt bei uns allen ein Stück Fassungslosigkeit."

Freunde einer vierköpfigen Familie aus Eritrea im Frankfurter Stadtteil Bergen-Enkheim alarmierten die Polizei, als diese eine Verabredung nicht eingehalten hatte und nicht erreichbar war. Die Beamten fanden an Heiligabend die 33-jährige Frau und die Jungen im Alter von 10 und 13 Jahren tot im Wohnzimmer vor. Der 43-jährige Vater überlebte; er wurde in ein Krankenhaus gebracht. Die Leichen sollen am Montag obduziert werden. Erste toxikologische Untersuchungen lassen laut Polizei auf eine Kohlenmonoxidvergiftung durch die Gastherme im Haus schließen.

Bei Wohnungsbränden kamen weitere sechs Menschen ums Leben. In Freiburg brach im zweiten Obergeschoss eines Mietshauses Feuer aus. Ein 79-jähriger Bewohner und seine 87 Jahre alte Frau wurden verletzt. Er starb später im Krankenhaus.

Im Berliner Vorort Wandlitz starben zwei Männer. Ein 52-jähriger Hartz-IV-Empfänger starb beim Brand in einem als Obdachlosenunterkunft dienenden Bauwagen. Ein 67-jähriger alleinstehender Rentner kam beim Brand in seinem Bungalow um.

Am Freitagmittag entstand in einem Seniorenzentrum in Herten bei Recklinghausen ein Brand. Die Polizei entdeckte in dem betroffenen Zimmer einen 64-Jährigen tot im Rollstuhl. Zwei Heimbewohner und eine Pflegekraft wurden durch Rauchgase verletzt.

Im baden-württembergischen Donzdorf (Kreis Göppingen) starb eine 47-jährige Frau in ihrem Einfamilienhaus, obwohl sie den Brand in ihrer Küche kurz vor 02.30 Uhr am Freitag gemeinsam mit ihrem Bruder entdeckt hatte. Sie wurde in der Nähe der Küche tot aufgefunden. Der 51-jährige Bruder war bei Eintreffen der Feuerwehr draußen; er wurde mit einer leichten Rauchgasvergiftung vorsorglich ins Krankenhaus gebracht, wie die Polizei mitteilte.

Auf einem Campingplatz in Haltern am Rande des Ruhrgebiets erlitt ein 51-jähriger Mann aus Duisburg beim Brand in einem Campingwagen so schwere Verletzungen, dass er in eine Spezialklinik gebracht werden musste. Ein Nachbar zog sich eine Rauchvergiftung zu.

Bei dem Wohnungsbrand in Hannover kam eine Person ums Leben. Fünf weitere Menschen kamen mit Rauchvergiftungen ins Krankenhaus. Das Feuer könnte durch einen in Brand geratenen Adventskranz verursacht worden sein. Das Opfer, bei dem es sich vermutlich um die 33-jährige Mieterin der Wohnung handelt, hatte sich zunächst noch auf den Balkon retten können.

ddp/ibu