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Panorama Mindestens 65 Tote bei Anschlag auf Zug in Indien
Mehr Welt Panorama Mindestens 65 Tote bei Anschlag auf Zug in Indien
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16:31 28.05.2010
Durch die Explosion sprangen zahlreiche Waggons des Expresszuges nach Mumbai aus den Schienen. Quelle: ap
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Viele Tote und Verletzte bei Explosion in einem Zug in Ostindien: Bei einem vermutlich von maoistischen Rebellen verübten Anschlag auf einen Reisezug sind am Freitagmorgen nach Polizeiangaben mindestens 65 Menschen ums Leben gekommen. Bislang seien nach Angaben von Rettungskräften 65 Leichen gefunden worden, sagte ein hochrangiger Polizeivertreter. Nach Berichten des indischen Fernsehsenders CNN-IBN wurden außerdem 150 Zugreisende verletzt, viele von ihnen schwer. Angaben der Eisenbahngesellschaft zufolge waren 13 Waggons eines Expresszuges nach Mumbai nach einer Explosion im Gleisbett aus den Schienen gesprungen. Fünf davon seien auf ein anderes Gleis gestürzt und dort von einem Güterzug erfasst worden, berichtete die Nachrichtenagentur PTI.

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Die Explosion habe sich gegen 1.30 Uhr (Ortszeit) im Distrikt West-Midnapore in Westbengalen rund 135 Kilometer südwestlich von Kolkata ereignet. Die Gegend gilt als Hochburg maoistischer Rebellen. Regierungsvertreter äußerten die Befürchtung, dass die Zahl der Opfer noch steigen könnte, da noch viele Passagiere in den zerstörten Waggons vermutet wurden.

Zehn der 13 entgleisten Waggons waren Schlafwagen. Mit den noch in den Gleisen stehenden Waggons des Zuges seien die überlebenden Passagiere - darunter viele Verletzte - in die Stadt Kharagpur gebracht worden, meldete der Sender NDTV. Auch Armeehubschrauber wurden eingesetzt, um Verletzte in umliegende Krankenhäuser zu bringen. Eisenbahnministerin Mamata Banerjee, die zum Unglücksort gereist sei, habe den Familien der Opfer Entschädigungen zugesagt.

Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat. In indischen Medienberichten wurden der Sprengstoffanschlag aber Maoisten zugeschrieben. Die linken Rebellen kämpfen nach eigener Aussage für die Rechte der armen Landbevölkerung und die Einführung eines kommunistischen Gesellschaftsmodells.

dpa/afp