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Panorama Mindestens 31 Kleinkinder bei Brand in Hort getötet
Mehr Welt Panorama Mindestens 31 Kleinkinder bei Brand in Hort getötet
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16:46 06.06.2009
Bei einem Brand in Mexiko sind mindestens 31 Kinder ums Leben gekommen. Quelle: Martin Vallejo/afp
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Dutzende Menschen wurden zum Teil schwer verletzt, Rettungskräfte suchten nach weiteren Opfern.

Am Brandort in einem Arbeiterviertel von Hermosillo, der Hauptstadt des Bundesstaates Sonora, spielten sich dramatische Szenen ab. Die Flammen brachten das Dach teilweise zum Einsturz. Wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft, José Larrinaga, dem Fernsehsender Televisa sagte, rammten Anwohner die Zementwände des Gebäudes mit Autos und Kleinbussen, um die Kinder aus den Flammen zu retten. Zahlreiche Angehörige versammelten sich am Unglücksort, um nach ihren Kindern zu suchen. Radiosender berichteten, ein Polizeibeamter sei in Tränen aufgelöst aus dem ausgebrannten Gebäude gekommen und habe gerufen „Wo ist Gott? Wo ist Gott?“.

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Nach Angaben der Staatsanwaltschaft kamen mindestens 31 Kleinkinder in den Flammen ums Leben. Todesursache seien Rauchvergiftungen oder Verbrennungen. Zuvor war von 29 Opfern die Rede gewesen. Die Zahl der Toten könnte jedoch noch steigen, da die Rettungskräfte weiter nach möglichen Opfern suchten.

Am Sonnabend wurden demnach noch rund 30 Brandopfer, darunter fünf Erwachsene, in örtlichen Krankenhäusern behandelt. Bei manchen sei der Zustand ernst. Rund 30 Kinder wurden örtlichen Medien zufolge in ein Spezialkrankenhaus in Sacramento im benachbarten US-Bundesstaat Kalifornien gebracht.

Larrinaga erklärte, das Feuer sei ausgebrochen, als zwischen 50 und 70 Kinder und eine Hand voll Betreuer gerade einen Nachmittagsschlaf hielten. Örtlichen Medienberichten zufolge befanden sich zu dem Zeitpunkt sogar 176 Kinder in der von der mexikanischen Sozialversicherung betriebenen Kindertagesstätte. Der Hort beschäftigte insgesamt etwa 20 Mitarbeiter.

Die Brandursache stand zunächst nicht fest. Anwohner berichteten, das Feuer sei in einem benachbarten Reifenlager ausgebrochen. Die Geschäftsinhaber wiesen die Darstellung jedoch zurück.

Mexikos Staatschef Felipe Calderón drückte den Angehörigen der Brandopfer sein Beileid aus. Er fühle „tiefsten Schmerz“, erklärte er und schickte den Sozialversicherungschef Daniel Karam Toumeh an den Unglücksort. Der Gouverneur von Sonora, Eduardo Bours, brach wegen der Tragödie einen Besuch im US-Bundesstaat Arizona ab und kehrte nach Hermosillo zurück.

afp