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Panorama Mindestens 15 Tote bei Schiffsunglück
Mehr Welt Panorama Mindestens 15 Tote bei Schiffsunglück
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17:42 05.09.2009
Helfer kümmern sich um die Passagiere des gesunkenen Schiffs. Quelle: afp
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Auf dem Ohridsee an der Grenze zu Albanien sei ein Ausflugsschiff mit mehrheitlich bulgarischen Urlaubern an Bord gesunken, teilte die mazedonische Regierung mit. Ein Augenzeuge sagte AFP in einem Telefongespräch, das Schiff sei innerhalb von nur einer halben Minute untergegangen.

Nach Angaben der mazedonischen Innenministerin Gordana Jankulovska befanden sich mehr als 70 Menschen an Bord. Die Gruppe bulgarischer Touristen sei von einem mazedonischen Kapitän begleitet worden, der bei dem Unfall ums Leben kam. Die Verletzten wurden in ein Krankenhaus in Ohrid gebracht. Da die Sicherheitskräfte vor Ort jedoch noch nach Vermissten suchten, sei ein Anstieg der Opferzahlen zu befürchten. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums ist der Zustand der Verletzten stabil.

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Neben zahlreichen Ministern machten sich auch der mazedonische Präsident George Ivanov sowie Ministerpräsident Nikola Gruevski auf den Weg zum Unglücksort rund 200 Kilometer südwestlich von Skopje. Der mazedonische Verkehrsminister Mile Janakievski kündigte aus „moralischen Gründen“ nach dieser „schrecklichen Tragödie“ seinen Rücktritt an.

Das Schiff war am Sonnabend gegen 11.00 Uhr etwa 200 Meter vom Ufer entfernt aus zunächst ungeklärter Ursache gesunken. Ein Augenzeuge, ein französischer Tourist, sagte, es sei innerhalb von nur 30 Sekunden gesunken. An Bord hätten sich „rund 100 Menschen“ befunden. Das 1924 in Deutschland erbaute Schiff ist laut dem Verkehrsminister nur für 53 Passagiere zugelassen.

Der See und die Stadt Ohrid gehören zum Weltkulturerbe der UNESCO. Mittelalterliche Ruinen in den Städten entlang des Ufers des Ohridsees und gute Badegelegenheiten machen den See zu einem beliebten Ausflugsziel für jährlich zehntausende Urlauber. Mit einer Tiefe von 286 Metern ist er der tiefste See der Balkanhalbinsel.

afp