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Panorama Messerattacke an Gymnasium in Sankt Augustin
Mehr Welt Panorama Messerattacke an Gymnasium in Sankt Augustin
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20:08 11.05.2009
Nach der Messerattacke an dem Gymnasium fahndet die Polizei nach einer 16-jährigen Schülerin. Quelle: Henning Kaiser/ddp
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Medienberichte, wonach die mutmaßliche Täterin die Schule mit einem Brandbeschleuniger anzünden wollte, bestätigten die Ermittler jedoch nicht.

Laut Polizei hatte eine 17-jährige Schülerin am Montagmorgen gegen 9.00 Uhr auf der Schultoilette des Albert-Einstein-Gymnasiums eine maskierte Person getroffen. Die Person verletzte die Schülerin mit einem Messer an der Hand. Laut Schulministerin Barbara Sommer (CDU) wurde dem Opfer dabei ein Daumen abgetrennt. Die Schülerin sollte noch am Montag in einer Klinik operiert werden. Die Staatsanwaltschaft bestätigte lediglich, dass es eine Operation gibt, nicht aber die Angaben zur Schwere und Art der Verletzung.

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Die verletzte Schülerin rief nach der Attacke um Hilfe. Als ein herbeigeeilter Lehrer eintraf, fehlte von der mutmaßlichen Täterin bereits jede Spur. Nach Hinweisen der 17-Jährigen leitete die Polizei eine Fahndung gegen die verdächtigte 16-Jährige ein.

Weitere Verletzte gab es laut Polizei nicht. Eine Sondereinheit evakuierte die Schule. Die rund 800 Schüler wurden zwischenzeitlich in einer Turnhalle untergebracht. Bei der Durchsuchung des Schulgebäudes fanden die Ermittler einen Rucksack mit einer Gaspistole, Benzin und einen Brief. Medienberichte, wonach fünf Kilogramm Sprengstoff in der Wohnung der 16-Jährigen gefunden wurden, bestätigten die Ermittler nicht.

Berichte, wonach es bereits in der vergangenen Woche Drohungen in der Schule gegeben haben soll, wollte das Schulministerium nicht bestätigen. Ein Sprecher sagte lediglich, es habe „Gerüchte über eine Bedrohungslage“ gegeben. Ob sie im Zusammenhang mit der Messerattacke standen, sei jedoch völlig unklar.

Schulministerin Sommer kündigte für Dienstag einen Besuch der Schule an. Zugleich forderte die CDU-Politikerin eine intensive Auseinandersetzung mit der Tat. Es müsse analysiert werden, wie es zu solchen Attacken kommen könne und welche Konsequenzen daraus zu ziehen seien. Der von ihr einberufene Expertenrat wolle dazu noch vor der Sommerpause Vorschläge unterbreiten.

Die für Dienstag vorgesehenen zentralen Abschlussprüfungen für die Klasse zehn wurden an der Albert-Einstein-Schule zunächst einmal verschoben. Der Schulunterricht soll aber stattfinden. Die Schüler werden aber von Lehrern und Psychologen besonders betreut.

ddp