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18:45 21.12.2009
Ein Lkw liegt nach einem Unfall bei Bad Oldesloe neben der Fahrbahn der Autobahn 1.
Ein Lkw liegt nach einem Unfall bei Bad Oldesloe neben der Fahrbahn der Autobahn 1. Quelle: ddp
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Schnee und Eis haben am Montag in Deutschland erneut zu schweren Verkehrsunfällen geführt. Nach Polizeiangaben gab es zudem bis zu 20 Kilometer lange Staus vor allem wegen liegen gebliebener Lkw. Einige Flughäfen meldeten weiter Behinderungen. Der Zugverkehr wurde nur geringfügig gestört. Insgesamt kostete die Kälte in Deutschland bislang mindestens vier Menschen das Leben.

Beim bislang schwersten Unfall starb am Montagvormittag ein 62-Jähriger aus dem sächsischen Rathen. Auf der A 9 in Richtung München war er bei der Rastanlage Fürholzen mit seinem Transporter ungebremst auf einen Lastwagen aufgefahren. Beim Aufprall wurde der Fahrer in seinem Fahrzeug eingeklemmt und erlitt tödliche Verletzungen. Die Autobahn musste gesperrt werden.

In Thüringen waren am Sonntag zwei Menschen erfroren. Ein 58-jähriger Obdachloser wurde in Altenburg leblos im Toilettenbereich des Bahnhofs gefunden. Ein herbeigerufener Notarzt konnte den Mann nicht mehr helfen. Zuvor war bereits ein 81-Jähriger in Bad Lobenstein erfroren gefunden worden. Einen weiteren Todesfall gab es im nordrhein-westfälischen Nettetal. Dort wurde ein 42-jähriger Obdachloser aus den Niederlanden erfroren hinter einem Gebüsch gefunden.

Im Flug- und Zugverkehr normalisierte sich die Lage am Montag etwas. Am Düsseldorfer Flughafen wurde nach dem Chaos am Sonntag der Flugbetrieb wieder aufgenommen. Bis zum Mittag (13.30 Uhr) konnten allerdings nur eine von zwei Start- und Landebahnen genutzt werden. 25 Flüge mussten annulliert werden. Wann die zweite Start- und Landebahn wieder freigegeben wird, stand noch nicht fest.

Weiterhin stark beeinträchtigt war der Verkehr am Frankfurter Flughafen. Bis zum Montagnachmittag seien 100 Flüge auf Deutschlands größtem Flughafen gestrichen worden, sagte ein Sprecher auf ddp-Anfrage. Zahlreiche weitere Flieger konnten nur mit deutlicher Verspätung starten oder landen. Die Lufthansa versuchte, die Passagiere vieler nationaler Flüge auf Züge umzubuchen.

Am Münchner Flughafen waren 20 Flüge wetterbedingt mehr als eine halbe Stunde verspätet. Starts mussten nicht annulliert werden. Mehrere Flüge nach München von anderen Flughäfen wurden allerdings gestrichen. Zu Behinderungen kam es auch auf den sächsischen Flughäfen. In Dresden musste eine Verbindung nach München gestrichen werden, einige Flüge waren verspätet.

Auch im Zugverkehr kam es in einigen Regionen noch zu Behinderungen. In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen fielen nach Bahnangaben vereinzelt Züge aus.

Weiter in Geduld üben mussten sich vielerorts die Autofahrer. So war es in Nordrhein-Westfalen in der Nacht durch querstehende Lkw zu langen Staus gekommen. Ein wegen Glätte verunglückter Lastwagen hatte stundenlang die A 1 von Münster nach Bremen blockiert. Der Silowagen war nördlich von Münster ins Schleudern gekommen und gegen eine Leitplanke geprallt. Der Tank platzte auf, 500 Liter Diesel traten aus.

In Oberfranken in Bayern gab es etwa 35 Verkehrsunfälle, in der südlichen Oberpfalz wurden rund 20 Unfälle gezählt. In Teuschnitz im Kreis Kronach kam es zu einem Unfall, als ein 41-jähriger Autofahrer bei starkem Schneetreiben einen 66 Jahre alten Fußgänger zu spät sah und mit seinem Fahrzeug erfasste. Der Fußgänger erlitt bei dem Unfall schwere Kopfverletzungen.

In Niedersachsen kippten im Schneetreiben mehrere Lastwagen um. Die tiefen Temperaturen setzten zudem zahlreichen Heizungsanlagen und Wasserleitungen zu. Alleine in Hannover rückte die Feuerwehr 31 Mal aus, um Wasserschäden zu beseitigen.

In Mecklenburg-Vorpommern war wie schon in den vergangenen Tagen vor allem der Westteil von Schnee und Glätte betroffen. Laut Polizei ereigneten sich dort 30 witterungsbedingte Unfälle mit insgesamt vier Verletzten.

In den kommenden Tagen wird es laut Deutschem Wetterdienst milder. In der Nacht zu Dienstag und am Dienstagmorgen muss aber noch einmal mit Glätte gerechnet werden.

ddp

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Schneefälle haben in der Nacht zu Montag den Verkehr vor allem in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Bayern behindert. Dabei gab es nach Angaben der Polizei bis zu 20 Kilometer lange Staus. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte zudem wegen von Westen her aufkommenden Regens vor Glättegefahr.

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