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Panorama Mehrere Menschen beobachteten tödliche Attacke in S-Bahn
Mehr Welt Panorama Mehrere Menschen beobachteten tödliche Attacke in S-Bahn
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14:54 16.09.2009
Blumen zum Gedenken an den getöteten Dominik. B. Quelle: ddp
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Die Feier auf einem Parkplatz neben dem S-Bahnhof Solln solle Gelegenheit geben, am Tatort an das Opfer zu denken und für ihn, seine Angehörigen und für die vielen indirekt Betroffenen zu beten, sagte der evangelische Pfarrer der Apostel- und Petruskirche München-Solln, Wendebourg. Er erwartet zu der Andacht, die er gemeinsam mit einem katholischen Pfarrer leiten wird, mehrere hundert Besucher. Unterstützt wird die Feier vom Bezirksausschuss Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln sowie vom Management der Deutschen Bahn.

Der 50-jährige Fahrgast war am vergangenen Wochenende auf dem Bahnsteig von zwei jungen Männern zu Tode geprügelt worden, weil er sich schützend vor Kinder gestellt hatte. Diese waren von den Gewalttätern drangsaliert worden. Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, sollen etwa 15 Menschen den Vorfall beobachtet haben. Sie griffen jedoch nicht ein."Es hat uns keiner geholfen", werden die vier Kinder zitiert, die der getötete Dominik B. hatte beschützen wollen. Die Kinder gaben an, dass sie hilfesuchend gezielt Passanten angesprochen hätten.

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Die Polizei hat bislang keine Hinweise auf unterlassene Hilfeleistung durch Zeugen der Attacke. Eine Sprecherin sagte am Mittwoch, es gebe keine Ermittlungen in diese Richtung. Man sei „froh über jeden Zeugen, der sich bei uns meldet“ und wolle diese „nicht verprellen“.

Ein Sprecher sagte, zehn Zeugen hätten sich noch am Tatort bei der Polizei gemeldet. Zehn weitere hätten später Kontakt aufgenommen. Ob einer von ihnen dem Opfer hätte helfen können, sei sehr schwer zu beurteilen: „Es ist immer die Frage, wie jemand die Situation wahrnimmt.“ Noch keine Zeugen gebe es vom Ausgangspunkt der Gewalteskalation am S-Bahnhof Donnersbergerbrücke und aus dem S-Bahn-Abteil, in dem zwei Jugendliche vier Kinder bedroht hatten.

ddp/frs