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Panorama McAllister will bundesweiten Feiertag zum Jahrestag der Reformation
Mehr Welt Panorama McAllister will bundesweiten Feiertag zum Jahrestag der Reformation
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21:35 06.01.2013
Von Michael B. Berger
Landesbischof Ralf Meister (v.l.), David McAllister (CDU) und Abt Horst Hirschler beim Neujahrsempfang im Kloster Loccum. Quelle: dpa
Rehburg-Loccum

Gewöhnlich ist das Kloster Loccum bei Rehburg ein weltabgeschiedener Ort. Diesmal war allerdings sogar hier ein Hauch von Wahlkampf zu spüren, als Landesbischof Ralf Meister zum traditionellen Epiphaniasempfang einlud. Ministerpräsident David McAllister (CDU) nutzte trotz aller ortsgebundenen Besinnlichkeit seine kurze Redezeit, die CDU-geführte Landesregierung als verlässlichen Partner der Kirchen zu preisen. McAllister pickte Forderungen aus dem links-grünen Spektrum auf, den bisher konfessionellen Religionsunterricht durch ein Fach wie „Religionen und Weltanschauungen“ zu ersetzen, wie es in Berlin, Bremen und Hamburg geschehen ist. „Diese Modelle überzeugen mich nicht.“

Auch für Überlegungen, den Loccumer Vertrag mit den Kirchen zu kündigen, zeigte McAllister kein Verständnis. Der 1955 im Kloster Loccum geschlossene Vertrag war das erste Konkordat des damals noch jungen Landes Niedersachsen. Er regelt eine weitgehende Zusammenarbeit von Fragen der Schulpolitik, der Gefängnisseelsorge bis hin zum Unterhalt einer theologischen Fakultät an der Universität Göttingen zwischen der Kirche und dem Land. McAllister hob hervor, dass seine Regierung auch in der Flüchtlingspolitik, die von den Kirchen immer wieder im Zusammenhang mit Abschiebungen als unchristlich kritisiert wurde, sich darum bemühe, „unnötige Härten aus dem Aufenthalts- und Bleiberecht zu beseitigen“.

Erstaunen und Heiterkeit unter den 150 Gästen des Empfanges, an dem große Teile des Landeskabinetts, Bischöfe und Vertreter verschiedener Religionen sowie Universitäts- und Gerichtspräsidenten teilnahmen, lösten McAllisters kurze Bemerkungen zu einem neuen Feiertag aus. Gemeinsam mit Vertretern der Evangelischen Kirche in Deutschland hat McAllister vorgeschlagen, den 31. Oktober 2017 als einmaligen bundesweiten Feiertag zu begehen, weil an diesem Tag das 500-jährige Jubiläum der Reformation gefeiert wird. „Wenn sich dieser Feiertag bewährt, kann man das ja auch als Tradition weiterführen.“

Wie sich ein solcher Feiertag „bewähren“ solle - eine Frage, die auch Landesbischof Meister in seiner Rede aufwarf - ließ der Ministerpräsident indes offen. Beifall fand indes seine an alle Wahlkämpfer gerichtete Lebensweisheit von Selma Lagerlöf: „Man sollte nicht ängstlich fragen: Was wird und kann noch kommen? Sondern sagen: Ich bin gespannt, was Gott noch mit mir vorhat.“ Diese Frage werden wohl die Wähler am 20. Januar beantworten.

Landesbischof Ralf Meister mahnte in seiner nachdenklichen Rede zum achtsamen Umgang mit der Sprache. Er zitierte den chinesischen Philosophen Konfuzius. Der sei einmal gefragt worden, womit er anfangen würde, wenn er ein Land zu verwalten hätte. „Ich würde den Sprachgebrauch verbessern“, antwortete der Philosoph. Auf Rückfrage, was die Sprache mit der Verwaltung eines Landes zu tun habe, entgegnete der: „Wenn die Sprache nicht stimmt, dann ist das, was gesagt wird nicht das, was gemeint ist.“ Dann gingen Kunst, Moral und Justiz zu Grunde. Meister forderte, in öffentlichen Debatten, etwa der um die Beschneidung, zu einer verantwortungsvolleren Wortwahl zu kommen.

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

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