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Panorama Lügen-Millionärin: Anna Sorokin schuldig gesprochen
Mehr Welt Panorama Lügen-Millionärin: Anna Sorokin schuldig gesprochen
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06:52 26.04.2019
Anna Sorokin. Quelle: Richard Drew/AP/dpa
New York

Eine angebliche Millionenerbin ist des Betrugs schuldig gesprochen. Anna Sorokin soll sich in der New Yorker High-Society Geld erschlichen haben. Das teilte eine Jury in New York am Donnerstag nach einem Prozess mit, der für internationale Aufmerksamkeit gesorgt hatte.

Die vermeintliche Hochstaplerin wurde in drei Fällen des Diebstahls, in vier Fällen des Erschleichens von Dienstleistungen sowie in einem Fall des versuchten schweren Diebstahls für schuldig befunden. Die Staatsanwälte sagten, die Frau habe Banken, Hotels und Freunde über einen Zeitraum von zehn Monaten um 275.000 Dollar (245.000 Euro) gebracht. Von einem Vorwurf des schweren Diebstahls und eines versuchten schweren Diebstahls wurde sie freigesprochen.

Unter dem Namen Anna Delvey ließ sie Freunde und Finanzinstitutionen glauben, sie habe in Übersee ein 60-Millionen-Euro-Vermögen, mit dem sie ihre teure Kleidung, die Luxushotels und die Transatlantikflüge bezahlen könne. Ihr Vater sei wahlweise Diplomat oder Ölbaron gewesen. Sie unternahm außerordentliche Anstrengungen, damit andere für sie bezahlten. Laut den Staatsanwälten versprach sie einer Freundin eine Reise nach Marokko inklusive aller Ausgaben, ließ sie dann jedoch auf einer 62.000 Dollar-Rechnung sitzen.

Jetset-Leben durch Lügen finanziert

Sorokin übernachtete trotz eines überzogenen Kontos in Luxushotels und lebte ein Jetset-Leben, das sie sich nicht leisten konnte. Staatsanwälten zufolge fälschte sie ebenfalls Finanzberichte, um ein Darlehen über 22 Millionen Dollar für einen privaten Kunst-Club zu bekommen, in dem sie Ausstellungen, Installationen und Pop-Up-Läden unterbringen wollte, so die Staatsanwälte. Sie bekam das Darlehen nicht. Eine Bank gab ihr jedoch 100.000 Dollar, die sie nicht zurückzahlte.

Der Anwalt der Frau, Todd Spodek, sagte, sie wollte das Geld immer zurückzuzahlen. Sie habe sich lediglich „Zeit kaufen“ wollen. Spodek stellte sie als ambitionierte Unternehmerin dar, der die Dinge über den Kopf wuchsen, die jedoch keine kriminellen Absichten gehabt habe. Sie sei über das Urteil „bestürzt“ gewesen.

Zum Ende der Verhandlung am Dienstag hatte Sprodek erklärt, dass Sorokin letztlich nur so vorgegangen sei, wie einst im Lied „New York, New York“ besungen. „Sinatra hat in New York einen brandneuen Start hingelegt, genauso wie Miss Sorokin“, hatte Sprodek laut „New York Post“ gesagt.

Lange Haftstrafe droht

Die in der Nähe von Moskau geborene Sorokin war im Alter von 16 Jahren nach Deutschland gezogen und in Eschweiler bei Köln zur Schule gegangen. Sie soll nun am 9. Mai verurteilt werden. Ihr droht eine Haftstrafe zwischen 5 und 15 Jahren, teilte Spodek mit. Außerdem könnte sie nach Deutschland ausgewiesen werden: Behörden sagen, sie habe ihr Visum für die USA überzogen.

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Von RND/AP/dpa