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Panorama Lösegeld im Entführungsfall Wolf gefunden
Mehr Welt Panorama Lösegeld im Entführungsfall Wolf gefunden
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17:07 31.07.2009
Der Gewalttäter Thomas Wolf. (Archivbild)
Der Gewalttäter Thomas Wolf. (Archivbild) Quelle: ddp
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Der seit Ende Mai in Untersuchungshaft sitzende Thomas Wolf habe das Versteck nach längerem Schweigen selbst verraten, teilte die Staatsanwaltschaft Wiesbaden am Freitag mit. Die Ermittler gruben aufgrund der Angaben am Donnerstag nach längerer Suche in einem Waldgebiet bei Egestorf zwei Reisetaschen und einen Alukoffer aus der Erde. Wie viel Geld insgesamt sichergestellt wurde, soll erst nach der kriminaltechnischen Untersuchung gesagt werden.

Warum Wolf sein monatelanges Schweigen brach, ist unklar. Wahrscheinlich erhoffe er sich Zugeständnisse, sagte Oberstaatsanwalt Hartmut Ferse. Solche seien ihm aber nicht gemacht worden. Wolf sitzt derzeit im Untersuchungsgefängnis im südhessischen Weiterstadt ein.

Die Suche nach dem Lösegeld hatte sich selbst nach dem Hinweis von Wolf in die Länge gezogen. Ein markanter Baum, der als Markierungspunkt des Verstecks gedient hatte, war zwischenzeitlich offenbar gefällt worden. Dadurch hatte selbst der 56-Jährige sein Depot nicht mehr finden können. Erst nach einer systematischen Suche fanden die eingesetzten Polizeikräfte die zwei Reisetaschen und den Alukoffer im Waldboden.

Nach Wolfs Angaben soll sich darin das komplette restliche Lösegeld in Höhe von rund 1,6 Millionen Euro befinden. Die Ermittler wollen nun bis Montag zunächst die drei Gepäckstücke auf äußerliche Spuren untersuchen. Falls Wolfs Angaben nicht stimmen, wollen die Ermittler mit den akribischen Untersuchungen einen zwischenzeitlichen Zugriff Unbekannter auf das Lösegeld ausschließen.

Wolf hatte im März in Wiesbaden durch die Entführung einer Bankiersgattin 1,8 Millionen Euro erpresst. Seine anschließende Flucht führte ihn quer durch die Republik. Nach der Rekonstruktion der „Soko Wolf“ soll der Schwerverbrecher sich zwischenzeitlich in München, Berlin, Bremen und Niedersachsen aufgehalten haben.

Ende Mai war Wolf dann im Hamburger Stadtteil St. Pauli auf offener Straße festgenommen worden, nachdem die Polizei einen Hinweis aus der Bevölkerung erhalten hatte. Von der Beute fehlte bislang bis auf rund 140 000 Euro, die sichergestellt wurden, jede Spur.

ddp