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Panorama Leuphana könnte mehr als 100 Millionen Euro teuer werden
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07:53 06.12.2016
Von Heiko Randermann
So soll das Zentralgebäude der Leuphana aussehen.Foto: Leuphana Quelle: Leuphana Universität
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Lüneburg

Die Oberfinanzdirektion geht in einem Prüfbericht davon aus, dass der futuristische Bau 100 bis 105 Millionen Euro kosten wird. Nach umfassender Abwägung sei man zu dem Schluss gekommen, dass das Ministerium die Mehrkosten in Höhe von 15 Millionen Euro tragen werde, sagte Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajic (Grüne). „Es geht darum, die gute Entwicklung der Universität Lüneburg in Forschung und Lehre nicht zu gefährden.“

Der FDP-Finanzexperte Christian Grascha sieht dagegen den Leuphana-Bau als „Fass ohne Boden“ und fordert von der Landesregierung ein hartes Durchgreifen: „Die Hochschule hat wiederholt gezeigt, dass sie es nicht kann.“ Es sei falsch vom Land, die Kostensteigerung mitzutragen, denn damit öffne man weiteren Kostensteigerungen Tür und Tor. Stattdessen müsse der Hochschule die Bauherreneigenschaft entzogen werden. Das von Stararchitekt Daniel Libeskind geplante Gebäude ist seit Langem ein Sorgenkind der Landespolitik. Ursprünglich sollte das von der Leuphana geplante Gebäude 57,7 Millionen Euro kosten. Doch im Oktober 2013 wurde erstmals bekannt, dass die Kosten auf mindestens 76 Millionen Euro steigen würden. Damals diskutierte die Landespolitik ernsthaft einen Ausstieg aus dem Projekt, Ministerin Heinen-Kljajic entschied sich aber dagegen. Das Land zahlte, setzte der Hochschule aber gleichzeitig eine Projektgruppe vor, die darauf achten sollte, dass die Kosten nicht weiter aus dem Ruder laufen. Denn bereits damals befürchtete der Rechnungshof, dass am Ende eine dreistellige Millionensumme auf der Rechnung stehen könnte. Bis Ende 2016 soll der Bau fertig sein. Die Inbetriebnahme werde Ende Januar 2017 erfolgen, sagte Uni-Sprecher Henning Zühlsdorff.

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Das Land Niedersachsen ist nach dem gestrigen Beschluss mit 36 Millionen Euro an dem Projekt beteiligt - und bei der Summe soll es auch bleiben. Für alle weiteren Kostensteigerungen werde die Universität selber einstehen müssen, sagte eine Ministeriumssprecherin. Weitere Geldgeber sind die Europäische Union, Stadt und Landkreis Lüneburg, das Bundeswissenschaftsministerium, die Landeskirche Hannover, die Klosterkammer und das Bischöfliche Generalvikariat Hildesheim.

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