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Panorama Letzter Überlebender der Hindenburg-Katastrophe ist tot
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19:22 17.11.2019
Bei der Hindenburg-Katastrophe starben 36 Menschen. Quelle: imago images/Mary Evans
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Laconia

Die Todesanzeige in einer lokalen Zeitung in New Hampshire berichtet vom Ableben von Werner Doehner. Der pensionierte Elektroingenieur war im Alter von 90 Jahren eines natürlichen Todes gestorben. Was den Tod des gebürtigen Deutschen mit US-Pass so besonders macht: Er war der letzte Überlebende der Hindenburg-Katastrophe.

Doehner war acht Jahre alt gewesen, als er mit seiner Familie 1937 mit dem Zeppelin von Frankfurt nach Südamerika reiste. Sein Vater arbeitete in Mexiko City für ein Pharmaunternehmen. Beim Landeversuch in Lakehurst (New Jersey) entzündete sich die Wasserstofffüllung des 245 Meter langen Zeppelins. 35 der 97 Menschen an Bord und ein Mitglied der Bodencrew starben. Darunter auch Doehners Vater und Schwester.

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„Plötzlich stand die Luft in Flammen“

Erst 2017 hatte der in Darmstadt geborene Doehner der Associated Press zum ersten Mal ein Interview zu dem traumatischen Ereignis gegeben: „Plötzlich stand die Luft in Flammen. Wir saßen am Fenster. Meine Mutter hat meinen Bruder Walter genommen und ihn rausgeworfen. Dann hat sie mich gepackt und mich rausgeworfen. Sie hat versucht, meine Schwester ebenfalls durchs Fenster zu heben, doch sie war zu schwer. Meine Mutter hat sich, kurz bevor die Passagierkapsel auf den Boden geprallt ist, ins Freie gerettet.“ Doehner erinnert sich, wie er auf dem Boden lag und ihm sein Bruder zurief zu fliehen: „Dann sah ich meine Mutter, die einem Stewart zugerufen hat, unsere Schwester zu retten. Er hat sie aus dem brennenden Wrack rausgeholt.“ Werner musste wegen seiner schweren Brandwunden drei Monate im Krankenhaus bleiben.

Mutter Irene Doehner ging mit ihren beiden Söhnen nach Mexiko City, wo sie sesshaft wurden. Walter Doehner wurde 1984 von General Electric nach Massachusetts angeworben. Nach seiner Pensionierung zog Doehner mit seiner Frau Elin nach Colorado, ehe das Ehepaar in Mai 2018 nach Laconia zog, wo auch Sohn Bernie lebt.

Der verriet der Presseagentur AP: „Mein Vater hat einfach nicht über die Katastrophe gesprochen. Er hat mir vor vielen Jahren die Navy-Station in New Jersey gezeigt, wo die Landung stattfinden sollte. Doch er ist mit mir nicht zum Hindenburg-Unglücksdenkmal gegangen.“

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RND/sin

Der Artikel "Letzter Überlebender der Hindenburg-Katastrophe ist tot" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.