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Panorama Letzter Hilferuf für Remarque-Villa
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23:20 11.12.2012
Amerikanische Besitzer wollen Schweizer Domizil des Osnabrücker Schriftstellers verkaufen Quelle: dpa
Osnabrück

Ein Verein in Osnabrück möchte das Haus in bester Tessiner Seelage als Begegnungsstätte für „Antikriegskultur im 21. Jahrhundert“ sichern. Bislang fehlt allerdings ein potenter Förderer. Etwa 7,5 Millionen Euro soll die Villa kosten.

Wenn nicht bald ein Kaufangebot zur öffentlichen Nutzung zustande kommt, fürchten die Remarque-Freunde sogar den Abriss des Hauses. „Sobald sich ein privater Käufer für das Rückzugsrefugium Remarques findet, wäre die Hoffnung gescheitert, die Villa vor einer Luxussanierung zu retten“, heißt es in einer Erklärung  der Gesellschaft zur Förderung der Remarque-Villa Casa Monte. Vielfach würden ältere Immobilien am Lago Maggiore durch moderne Apartmentblocks ersetzt.

Remarque (1898–1970) war in Osnabrück aufgewachsen und hatte mit seinem Antikriegsroman „Im Westen nichts Neues“ Weltruhm erlangt. Weltweite Auflagen und die Verfilmung des Buches in Hollywood hatten den Schriftsteller zu einem wohlhabenden Mann gemacht. Von den Nazis verfemt und ausgebürgert, ließ sich Remarque schließlich am Lago Maggiore in der Schweiz nieder. Dort im Tessin lebte er bis zu seinem Tod in der Villa am Seeufer zusammen mit seiner Frau Paulette Goddard, einer bekannten amerikanischen Schauspielerin, die zuvor mit Charlie Chaplin verheiratet gewesen war. Nach ihrem Tod 1990 wechselte das Haus mehrfach den Besitzer. Derzeit bewohnt ein britisch-amerikanisches Ehepaar das großzügige Anwesen und möchte es nun verkaufen.

„Unser großes Ziel ist es, dort die friedenspolitische Botschaft des militanten Pazifisten Remarque lebendig zu halten und zu verorten“, erklärt Professor Tilman Westphalen, Vorsitzender des Osnabrücker Vereins. Ein Kultur- und Literaturhaus mit Dauerausstellung, aber auch mit Apartments für Feriengäste ist angedacht. „Wenn die Rettung gelingt, bewahren wir damit einen wunderbaren Ort, an dem der Austausch über aktuelle Fragen der Friedenssicherung, der Wahrung der Menschenwürde, das Zusammenleben der Kulturen und der Rolle und Funktion der Künste bei der Lösung dieser Fragen stattfinden kann“, sagt Westphalen.

Seit knapp zwei Jahren ist der Verein auf der Suche nach finanzstarken Unterstützern in Politik und Wirtschaft. In Berlin diskutierte der Kulturausschuss des Bundestages über die Zukunft des Remarque-Erbes in der Schweiz. Kulturstaatsminister Bernd Neumann nannte die Idee eines Kultur- und Literaturhauses „sehr begrüßenswert“. Und selbst Bundespräsident Joachim Gauck sagte, dass „alles getan werden muss, die Villa zu retten“.

Herausgekommen ist bislang allerdings „nichts Konkretes“, wie Professor Westphalen einräumt. „In Berlin bekommen wir nur Erklärungen des guten Willens.“ Weder politische noch private Förderer wollen oder können die nötigen Gelder aufbringen. Professor Westphalen versucht es mit einem letzten Hilferuf: „Wenn sich jetzt kein Retter findet, ist die Remarque-Villa als Kulturgut verloren.“

Weitere Informationen finden Sie unter www.remarque-villa.com

von Bernhard Remmers

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